Digitalisierung

Digitalisierung indonesischer Handschriften in Kooperation mit The National Library Board of Singapore

Ende Dezember 2016 trat die Leitung des National Library Board of Singapore an die Staatsbibliothek heran, und offerierte im Austausch für nichtkommerzielle Web-Veröffentlichungsrechte die Finanzierung der Digitalisierung von malaiischsprachigen Handschriften. Ähnlich dieser Initiative  – wenn auch in den Dimensionen nicht vergleichbar – war eine Kooperation Singapurs mit der British Library, in deren Rahmen von 2013 bis 2015 sämtliche malaiischsprachigen Handschriften der British Library mit privaten Spendenmitteln digitalisiert worden sind (https://www.bl.uk/press-releases/2013/august/british-library-to-partner-with-national-library-of-singapore-to-digitise-malay-manuscripts). Auch wenn die Kooperation mit Berlin also in etwas kleinerem Rahmen abläuft, so stehen jetzt doch 12 bisher nicht digitalisierte Handschriften den Interessierten in der online Datenbank www.orient-digital.de mit angereicherten Metadaten und Volldigitalisat zur Ansicht bereit. Die digitalisierten Handschriften beinhalten Legenden und Volksmärchen, Geschichtswerke, Gedichte sowie auch Sammlungen zum regionalen Brauchtum.

CrossAsia DoD – die ersten digitalisierten Bücher sind online!

Seit März 2016 bietet „CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien“ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit dem digitalen Wunschbuch einen nachfrageorientierten Digitalisierungsservice. Sie können uns gemeinfreie und noch nicht online frei verfügbare asienwissenschaftliche Werke zur Digitalisierung vorschlagen, und wir stellen Ihnen kostenfrei eine digitale Ausgabe bereit.

Für die Südasienwissenschaften können Sie nun die folgenden ersten fünf Werke auf „Literatur zu Südasien – digital“ lesen, herunterladen und annotieren –

William Crooke: A rural and agricultural glossary for the N.-W. Provinces and Oudh (1888)

Jarl Charpentier: The Uttarādhyayanasūtra: the first Mūlasūtra of the Śvetāmbara Jains (1922)

Jayadatta Suri: Aśvavaidyakam: a treatise on the veterinary science (1886)

John Shakespear: A grammar of the Hindustani language (1826)

E. G. Wace: Final report on the first regular settlement of the Simla District in the Punjab, 1881-83 (1884)

Wir freuen uns auf weitere Digitalisierungswünsche, die Sie uns gerne über das Bestellformular oder per Mail (merkel@sai.uni-heidelberg.de) mitteilen können.

Die Suche nach Spuren und Hongpiao 紅票

Vor 300 Jahren, am 31. Oktober des Jahres 1716, ließ der Qing-Kaiser Kangxi von seinem kaiserlichen Druckhaus Wuyingdian circa 300 Exemplare einer Proklamation fertigen und an Ausländer im Lande verteilen – in lateinischer, chinesischer und mandschurischer Sprache geschrieben – markant umrahmt von Drachen mit fünf Klauen und in roter Farbe gedruckt.

Er machte darin klar, jedwede weitere Kommunikation bezüglich des Ritenstreits nicht zur Kenntnis zu nehmen, bis nicht wenigstens einer seiner selbsterwählten jesuitischen Gesandten aus Rom zurückgekehrt und ihm Bericht erstattet habe (für eine Übersetzung der Proklamation siehe den Beitrag auf der Seite des Ricci Institute). David Helliwell, Curator of Chinese Collections, Bodleian Library, wertet das Schreiben auch als Spurensuche nach Kangxis vier Gesandten, die er zehn bzw. acht Jahr zuvor offiziell für Verhandlungen nach Rom entsandt hatte. Jedoch alle vier, Fr. António de Barros, S.J. [龍安國], Fr. Antoine de Beauvollier, S.J. [薄賢士], Fr. Giuseppe Provana, S.J. [艾若瑟] und Fr. José Raimundo de Arxo, S.J. [陸若瑟] sind unterschiedlichen Schicksalsschlägen erlegen und waren schon lange nicht mehr am Leben, als Kangxi sein Hongpiao verbreiten ließ.

Heute nun sind es die Hongpiao selbst, denen sich die Spurensuche von Forschern und Bibliothekaren widmet. Helliwell hat vom Bodleischen Hongpiao ausgehend 2011 begonnen, alle nachgewiesenen Hongpiao in einem Blogeintrag zu versammeln; im gerade erschienen Bibliotheksmagazin der beiden Staatsbibliotheken München und Berlin hat Renate Stephan, Fachreferentin für Ostasien in der Bayerischen Staatsbibliothek, in ihrem Beitrag nun das Münchner Exemplar gewürdigt (S.32-36). Das Berliner Hongpiao wurde bereits 2013 im Rahmen eines DFG geförderten Digitalisierungsprojektes der alten Ostasiensammlung der Staatsbibliothek zu Berlin neu katalogisiert und digitalisiert (s.o.); doch auch schon im handschriftlichen Bandkatalog der chinesischen Sammlung findet sich eine deutliche Spur zu dem 41,9 x 98,5 cm messenden Blatt unter dem Titel „Epistola Mandarinorum Ytoury de 31. Octobr. 1716 / Nos Ytoury“. Vor nicht allzu langer Zeit hat zudem Hartmut Walravens das Objekt in seinem Katalog Mandschurische Handschriften und Drucke im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin, VOHD XII,8 (Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 2014, S.102/3) beschrieben und weiterführende Literaturhinweise gegeben.

[紅票] = 清聖祖仁皇帝: U ing diyan i jergi be i bithe weilere be i hafan iduri, wang doo hûwa, joocang sei bithe (CC BY-NC-CA, Staatsbibliothek zu Berlin)

Wann genau das Objekt mit der Signatur Libri sin. 165 in den Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin gekommen ist, ist nicht bekannt. Heinrich Julius Klaproth, dessen „Verzeichniss“ die direkt nachfolgende Signatur Libri sin. 166 trägt, erwähnt das Objekt nicht; ebenso hat der Katalog von Wilhelm Schott von 1840 es der Aufnahme nicht für würdig befunden. Auch er lieferte keinen vollständigen Katalog der Sammlung.

Man muss zwar immer noch wissen, was man suchen möchte, aber seit nun schon ein paar Jahren ist der „offene Brief“ Kangxis weltweit und mit Originalschrift, Transkription, latinisiertem Titel oder Signatur über den Katalog der Ostasienabteilung (http://crossasia.stabikat.de) oder auch in den Digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek (http://digital.staatsbibliothek-berlin.de/) aufzufinden und einzusehen, so dass heute gut auffindbare Spuren zum Objekt hinführen.

Digitalisierung auf Wunsch – CrossAsia DoD geht an den Start

Beim neuen CrossAsia Digitisation on Demand (DoD) wird das namensgebende „on Demand“ groß geschrieben. Seit Ende März 2016 bietet „CrossAsia – Fachinformationsdienst Asien“ mit diesem nachfrageorientierten und disziplinspezifischen Digitalisierungsservice die Möglichkeit, nicht digital und frei im Netz verfügbare Werke mit Relevanz für die Asienwissenschaften zu digitalisieren und nach dem Prinzip des Open Access zugänglich zu machen. Auf Basis von Digitalisierungswünschen soll damit der digital frei verfügbare asienwissenschaftliche Bestand gezielt und bedarfsgerecht in den kommenden drei Jahren um etwa 300 Bände aus den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) und circa 150 Bände aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Heidelberg und der Bibliothek des Südasien-Instituts (SAI) der Universität Heidelberg erweitert werden.

Zur Digitalisierung können gemeinfreie Werke vorgeschlagen werden – d.h. die Autorin bzw. der Autor ist seit mindestens 70 Jahren verstorben – und sogenannte „vergriffene Werke“ deutscher Verlage mit Erscheinungsjahr bis 1965, für die kein verlegerisches Angebot mehr besteht und die im Buchhandel nicht länger erhältlich sind. Willkommen sind natürlich auch Werke, für die die Autorinnen und Autoren CrossAsia die einfachen Nutzungsrechte zur Digitalisierung und Bereitstellung übertragen haben.

Dank der Förderung seitens der Deutschen Forschungsgemeinschaft kann das Angebot Forscherinnen und Forschern aus dem Kreis der Asienwissenschaften kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Zur Realisierung der Digitalisierungswünsche steht ein Fond für die nächsten drei Jahre zur Verfügung, der es erlaubt, die Bände im genannten Umfang zu digitalisieren. Die Mittel werden nach dem Prinzip first-come, first-served eingesetzt. Alle in diesem Zusammenhang angefertigten digitalen Reproduktionen werden unmittelbar als Open-Access-Titel in den jeweiligen Bibliotheken (Digitalisierte Sammlung der SBB bzw. Literatur zu Südasien – digital) online zur Verfügung gestellt.

In den Digitalisierten Sammlungen der SBB und am SAI sind bereits zahlreiche Werke aus den Altbeständen in Berlin und Heidelberg, d.h. erschienen bis Anfang des 20. Jahrhunderts, online frei zugänglich. Im Vergleich dazu strebt dieses Angebot an, gezielt diejenigen Titel aus den Beständen in Berlin und Heidelberg zu digitalisieren, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre eigene Forschung benötigen. Damit möchte CrossAsia einen Beitrag zur Förderung spezialisierter Forschung im Bereich der Asienwissenschaften leisten.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://crossasia.org/service/crossasia-dod/.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf SBB aktuell

Historische Bandkataloge der Ostasiensammlung

Als Teil des Projekts SSG 6,25 Digital wurden auch die historischen Bandkataloge der Ostasienabteilung
digitalisiert. Die „sinologischen“ , d. h. jene, die die chinesischen und mandschurischen Titel verzeichnen, stehen bereits über das Portal der Digitalen Sammlungen der Staatsbibliothek und über die Seite Recherche und Ressourcen zur Verfügung.

Der ostasiatische bzw. chinesische Bestand der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin rühmt sich ja der Tatsache, dass der erste gedruckte Katalog der Bibliothek ihm gewidmet war. Sein Autor, Probst Andreas Müller, benötigt für die dort für das Jahr 1683 verzeichneten 25 Titel jedoch nur eine einzige Druckseite (s.u. Catalogus Librorum Sinicorum). Müllers im gleichen Jahr erschienene „Andere Theil“ umfasste dann vor allem die Aufschlüsselung der Bände des Zizhi tongjian 資治通鑑.

Catalogus Librorum Sinicorum   Anderer Theil   Klaproth: Verzeichniss (1822)   Schott: Verzeichniss (1840)

Als gedruckte Kataloge folgten Klaproth und Schott 1822 bzw. 1840. Diese stellten in ihren Katalogen den mittlerweile zu respektabler Größe angewachsenen Bestand jedoch nur in Auswahl vor.

Erst der uns erhaltene älteste Bandkatalog des ostasiatischen Bestands versuchte den gesamten
katalogisierten Bestand abzubilden. Dieser Katalog wurde 1847 begonnen, also über 170 Jahre nachdem die ersten chinesischen Titel ihren Weg in den Bestand der „Churfürstlichen Bibliothek zu Cölln an der Spree“ gefunden hatten. Er zeigt somit keine Chronologie der Anschaffung, sondern listet die 1.603 Libri sinici Signaturen, die wohl erst nach dem Klaproth’schen Katalog von 1822 vergeben wurden, in numerischer Ordnung auf und versieht diese mit einer kurzen – anfangs lateinischen später deutschen – „Übertragung“ des Titels bzw. Werkinhalts und meist einer Transkription. Erst für die Titel im hinteren Teil werden durchgehend auch Schriftzeichen angegeben; für manche der vorderen Titel wurden sie später nachgetragen.

Libri sin. Katalog (1847-1913)Der Katalog wurde bis ca. 1913 geführt und bis noch vor nicht allzu langer Zeit haben verschiedene Bibliothekarenhände eifrig ihre Spuren in diesem Dokument hinterlassen. Zum Beispiel verweisen die Vermerke „K.“ oder „Sch.“ unter der Signatur auf Seite und Eintrag im Klaproth- bzw. Schott-Katalog, und rote Haken darauf, dass die Signatur nach dem Krieg nach (Ost-)Berlin zurückgekehrt ist. Der Bandkatalog war vor allem ein Arbeitsinstrument. Als 1912 einige größere Erwerbungen gemacht werden konnten, wurde, wohl auch, um den Anbruch einer neuen Zeit zu signalisieren, die Signaturengruppe Libri sin. N.S. (Neue Sammlung) ins Leben gerufen.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 2049 Libri sin. N.S. Signaturen vergeben. Auch für dieses Segment können die Bandkataloge jetzt Online eingesehen werden. Der 1913 begonnene erste Bandkatalog der Libri sin. N.S. verzeichnet die Signaturen Libri sin. N.S. 1 bis 1650, der daran anschließende zweite Katalog die Signaturen bis 2049 und dann ab der Nummer 2050 bis 2417 die Zugänge an chinesischen Titeln der Deutschen Staatsbibliothek der DDR bis ca. 1962.

In der DDR wurden die Libri sin. N.S. Signaturen ab 1963 mit 10.001 neu ansetzend weitergeschrieben. Diese „neueren“ Bandkataloge der DDR sind derzeit noch nicht digitalisiert.

Libri sin. N.S. (1913-ca.1933)   Libri sin. N.S. (1933-ca.1940)

Zwei weitere handschriftliche Bandkataloge bzw. Bibliotheksverzeichnisse ergänzen das neue Online-Angebot. Da ist zum einen das „Verzeichniss chinesischer Manuskripte und Druckwerke aus der Bibliothek des Dr. Friedrich Hirth,“ die 1890 von der Preußischen Staatsbibliothek erworben wurde, zum Anderen der 1911 erstellte Katalog der sogenannten „Pekinger Sammlung.“

Katalog Slg. Hirth (1890)   "Pekinger Sammlung"

Für den neu angeschafften ostasiatischen Bestand im ehemaligen Westen, der sehr bald auf reine
Nummernsignaturen umgestellt wurde, sind keine solchen Bandkataloge erstellt worden.
Dieser Bestand wurde in einem Titel- und Verfasserkatalog, der für die chinesischen Titel in Wade-Giles geführt ist, erfasst. Dieser Katalog war bis vor nicht allzu langer Zeit nur über den Zettelkatalog vor Ort im Lesesaal der Staatsbibliothek zu Berlin komplett recherchierbar (der Teil bis Ende der 1970er Jahre liegt auch in Buchform vor).

Über die fast abgeschlossene Retrokonversion sind die chinesischen und japanischen Titel nunmehr
aber auch im Online Katalog der Ostasienabteilung nachgewiesen. Die koreanischen Titel werden
folgen. Der Bestandszuwachs an Ostasiatica in der DDR wurde in den alten Ostasien-Zettelkatalog (den „Alten Haus-1-Katalog“) einsortiert und ist derzeit nur dort nachgewiesen.

Viele der Titel, die in den oben genannten Bandkatalogen aufgeführt werden, sind aus der kriegbedingten Verlagerung nicht zurückgekehrt. Ein Teil dieses Bestands wird heute in der Biblioteka Jagiellońska in Krakau verwahrt. Viele Bücherkisten sind aber wohl an ihrem vermeintlich sicheren Ort verbrannt oder ihr Verbleib ist unbekannt. Als einen ersten Schritt in Richtung virtuelle Zusammenführung des noch auffindbaren Ostasienbestands hat der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zunächst für ein Jahr ein Projekt zur Digitalisierung und Katalogisierung der
ostasiatischen Berlinka in Krakau bewilligt. Das Projekt ist Anfang 2013 gestartet und wir werden in einem der nächsten Newsletter ausführlicher darüber berichten. Soviel zu unseren handschriftlichen Bandkatalogen. Diese sollen, solange die Katalogisierung der hiesigen Libri sin. noch nicht ganz abgeschlossen, und die der Krakauer ostasiatischen Berlinka im Rahmen des BKM-Projektes erst begonnen werden muss, Ihnen einen Eindruck von den chinesischen und mandschurischen Beständen vermitteln, wie sie im 19. Jahrhundert oder in den 1930er Jahren in der damaligen Preußischen Staatsbibliothek zur Verfügung standen.

Staatsbibliothek zu Berlin unterzeichnet Abkommen mit Zhejiang Universität 浙江大学

Abkommen: “On the Preservation, Conservation, Digitisation and Sharing of Ancient and Rare Collections between Zhejiang University Library and the Staatsbibliothek zu Berlin”

Anlässlich der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der in Hangzhou ansässigen Zhejiang Universität
浙江大学 und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz fand am 9. November 2012 im Haus an der Potsdamer Straße ein Festakt statt.
In dem Abkommen wird der konkrete Zugang bzw. die Nachnutzung der Digitalen Sammlungen an chinesischen bzw. China-relevanten Materialien beider Einrichtungen geregelt. Der Austausch soll auch die Zusammen-arbeit im Bereich der vor 1912 erschienenen chinesischsprachigen Materialien und anderer Bestände in westlichen Sprachen beinhalten, die Bezug auf China nehmen und nicht dem Copyright unterliegen.
Dieser internationale Austausch digitaler Daten wird die gelehrte und wissenschaftliche Kooperation
zwischen zwei der bedeutendsten Einrichtungen ihrer Art in China und in Deutschland stärken.

Die Zhejiang-Universität wurde 1897 gegründet (neu gegründet 1998 durch eine Verschmelzung
von vier alten Vorläufer-Universitäten) und ist eine der ältesten Universitäten Chinas, sie befindet sich in der 7-Mio-Einwohner-Stadt Hangzhou und ist eine der Top Vier der neun Elite-Universitäten Chinas.

Festredner anläßlich der Unterzeichnung waren Prof. Dr. Hermann Parzinger (Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Barbara Schneider-Kempf (Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin), Prof. Dr. Luo Weidong 罗卫东 (Vizepräsident der Zhejiang Universität), Botschafter Dr. Heinrich Kreft (Beauftragter für Deutschlandkommunikation und den Dialog zwischen den Kulturen, Auswärtiges Amt der
Bundesrepublik Deutschland), Dr. Jiang Feng 姜锋 (Gesandter-Botschaftsrat, Bildungsabteilung der Botschaft der Volksrepublik China).

Datenbankportal: CADAL

CADAL (China Academic Digital Associative Library 大学数字图书馆国际合作计划) wurde im Jahre 2002 als Kooperationsprojekt zwischen chinesischen und amerikanischen Institutionen und Forschern begonnen; 2005 wurde der Zugang über ein Internetportal an der Bibliothek der Zhejiang Universität eingerichtet.
Mit der Vereinbarung zwischen der Staatsbibliothek zu Berlin und der Zhejiang University soll zum
Einen die umfangreiche und weiter wachsende Sammlung der SBB-PK an digitalisierten chinesischen Rara und westlichen Titeln über China und Ostasien über das CADAL-Portal angeboten werden. Zum Anderen wird den
Nutzern der Staatsbibliothek zu Berlin bzw. des Sondersammelgebietes Ost- und Südostasien ein authenti-fizierter Zugang zu den 1,5 Mio. elektronischen Einheiten in CADAL ermöglicht.
Die Daten sollen auch in den OPAC der Ostasienabteilung der Staatsbibliothek integriert werden.
Schon jetzt steht registrierten CrossAsia-Nutzern der authentifizierte Zugang zu CADAL und seinen 1,5 Mio. Einheiten zur Verfügung. Da hier auch Zugriff auf moderne Titel gewährt wird, verwendet das Portal „digital lending“. Auch CrossAsia Nutzer müssen sich also noch einmal bei CADAL individuell einen Loginnamen und Passwort wählen. Als Land und Institution wählen Sie bitte (auf der englischsprachigen Registrierungsseite) „Germany“ und „CrossAsia“ aus.
Danach haben Sie Zugriff auch auf Titel, die noch durch Copyright geschützt sind. Wenn Sie beim Blättern in einem der Titel auf eine Seite mit einem Button „借阅“ stoßen, so können Sie diese Seiten durch anklicken „ausleihen“.
Wenn Sie bereits ausgeliehen sind, dann können Sie an den anderen Nutzer eine Anfrage schicken und um Rückgabe bitten. Auf ihrer persönlichen CADAL Seite (my page) können Sie Ihre letzten Aktivitäten rückverfolgen, sich ausloggen, Anfragen an Sie einsehen usw.

Neben einem breiten Spektrum an modernen Titeln (auch Comics und Wushu-Romane wie z.B. 笑傲江湖) – und einem beachtlichen Fundus an historischen Titeln – zeichnet sich das Angebot von CADAL besonders durch republikzeitliche Monographien und Periodika aus.

Ausstellung: Songhua quanji 宋画全集

GONG Kai: Pferd

„Ausgemergeltes Pferd“ von Gong Kai 龚开 (1222-1307). Osaka Municipal Museum of Fine Arts, Abe Collection. (Abb. aus dem besprochenen Werk).

beschenkte die Zhejiang Universität die Staatsbibliothek mit einer Ausgabe des auf 29 Prachtbände angelegten Werkes Songhua quanji 宋画全集 (Gesammelte Werke der Song-Malerei). Es beinhaltet 1.000 Stücke aus über 100 Museen und Galerien, sowohl in als auch außerhalb Chinas. Über die Charakteristika und den Ursprung der Song-Malerei hinausgehend, decken die ausgewählten Werke nicht nur die Nördliche und Südliche Song-Dynastie ab (A.D. 960-1127; 1127-1279), sondern auch die Fünf Dynastien (907-960), die Liao and Jin (916-1125; 1115-1234), sowie vermischte und nicht identifizierte Malereien.
Die Kompilation wurde von zahlreichen berühmten chinesischen Museen und anderen bedeutenden Ein- richtungen und Personen in Europa, den USA und in Japan unterstützt. Derzeit verfügt die Ostasien- abteilung der Staatsbibliothek damit über den ersten Satz dieser Sammlung in Europa.
Ausgewählte Bände wurden im Anschluss an die Unterzeichnung im November von der Ostasienabteilung
ausgestellt. Die 21 bislang erschienenen Bände der Songhua quanji können über den OPAC der Ostasienabteilung recherchiert und für die Benutzung im OLS-Lesesaal ausgeliehen werden.

Präsentation: The „Digital Dunhuang Mural Image Database Project“ 敦煌壁画数字源库

Außer dieser opulenten Buchedition wurde parallel dazu an gleicher Stelle ein weiteres Projekt der Zhejiang Universität – The „Digital Dunhuang Mural Image Database Project“ 敦煌壁画数字源库 – präsentiert. Als audiovisuelle Präsentation dokumentierte hier die Zhejiang Universität die mit modernster Technik realisierte Digitalisierung der buddhistischen Wandmalereien in Dunhuang (Provinz Gansu).

DunhuangEine Stätte des Weltkulturerbes und berühmt für ihre Kunstschätze sind die 492 Mogao-Grotten 莫高窟, etwa 25 km südöstlich vom Ort Dunhuang gelegen, an der Verzweigung der historischen nördlichen und südlichen Seidenstraßen. Ihre buddhistischen Höhlentempel bilden ein natürliches Kunst-museum mit Wandmalereien, Plastiken und architektonischen Denkmälern. Sie verzeichnen die Chronik eines Jahrtausends kulturellen Austausches über die Seidenstraße(n) zwischen China, Indien, Persien, dem gräkorömischen Reich und Zentralasien.

SSG 6.25 Digital – Digitalisierungsprojekt der Ostasienabteilung: Zwischenstand

In dem von der DFG geförderten Projekt werden ausgewählte Teile unseres Bestandes an ostasiatischen Rara digitalisiert und frei über die Seite der digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin zur Nutzung und als PDF-Download angeboten. Das Projekt umfasst die tibetischen Texte der Sammlung Waddell (nach der Zählung des VOHD-Katalogs 429 Titel), die mandschurische Sammlung (ca. 300 Titel), die alte Japan-Sammlung (499 Titel, alle im sogenannten Kraft-Katalog nachgewiesen), die alte China-Sammlung (Libri sinici, ca. 300 Titel) und ca. 200 Titel der Sammlung Haenisch. Als sechster Teil werden etwas über 4.000 Titel an westlichsprachigen Beständen mit Ostasienbezug bis zum Publikationsjahr 1912 digitalisiert. Die einzelnen Bände werden in ihren zentralen Strukturelementen (d.h. i.d.R. auf Kapitelebene) erschlossen, welche dann ebenfalls indexiert werden und recherchierbar sind. Diese Suche funktioniert z. Z. nur über die Seite der Digitalisierten Sammlungen, wird aber ebenfalls in die CrossAsia Suche integriert werden. Mit Stand von Anfang Dezember 2012 sind bereits 120 Japonica, 29 Mandschurica, 124 Sinica, 37 Tibetica und 2.135 westlichsprachige Titel online verfügbar und damit insgesamt rund 730.000 Einzelseiten online und mit über 75.000 Strukturelementen erschlossen. Im Laufe der kommenden Monate werden die noch ausstehenden Titel sukzessive online gestellt.
Aber es lohnt sich jetzt schon, darin zu stöbern.

Dafür sind für Sie mehrere Einstiege möglich:

1. über die Webseite der digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek:

Die einzelnen Sammlungen können direkt über die Verlinkung im rechten unteren Bereich durch Aufklappen des Feldes „mehr“ hinter „Ostasiatica“ angesteuert werden.

Über den Suchschlitz können Sie hier auch nach Titeln (in Originalschrift) direkt suchen oder Begriffe (ebenfalls in Originalschrift) abfragen, an denen Sie interessiert sind. Sollten diese Begriffe (z. B. Shanghai, Nagasaki, Yedo, 源氏 etc.) in Kapitelüberschriften vorkommen und durch uns als Strukturelement aufgenommen worden sein, werden Ihnen diese Kapitel/Abschnitte direkt in der Treffermenge angezeigt.

Wenn Sie sich in der Ansicht eines einzelnen Werkes befinden, können Sie das Buch entweder seitenweise durchblättern oder aber über die Inhaltsübersicht auf der linken Seite einzelne Hefte, Kapitel, Abschnitte oder auch Abbildungen direkt ansteuern. Mit dem Werkzeugkasten (Aufruf über die Schaltfläche am oberen Rand) stehen weitere Funktionen zur Verfügung. Unter „Zusatzfunktionen“ befindet sich z.B. die Möglichkeit eines PDF-Download.

Durch Anklicken werden Sie auf eine Seite mit den Download-Möglichkeiten weitergeleitet (z. B. den Abschnitt in dem Sie sich gerade befinden, das gesamte Kapitel zu dem der Abschnitt gehört oder auch das ganze Buch).

 

2. Sucheinstieg über den OPAC der Staatsbibliothek (nur westlichsprachige Titel):

bild unbenanntDie einzelnen Titel können im OPAC recherchiert werden. Für bereits digitalisierte Werke erscheinen zwei Katalogaufnahmen: Eine mit einem Buchsymbol für das physische Buch, eine mit einem binären Code für das Digitalisat.

In der Katalogaufnahme für das Digitalisat findet sich dann ein Link, über den Sie zur elektronischen Form des Buches weitergeleitet werden.

3. Sucheinstieg über den Ostasien-OPAC oder die CrossAsia-Suche:

Recherchiert werden können alle Titel in ostasiatischen Sprachen in Originalschrift und der westlichsprachige Bestand der Staatsbibliothek (in CrossAsia-Suche voreingestellt, im Ostasien-OPAC muss der StaBiKat über die Bestandsauswahl rechts oben auf der Webseite zugeschaltet werden).
Die Trefferanzeige ist analog zu der im Katalog für den westlichsprachigen Bestand: je eine
Katalogaufnahme für das physische Buch und eine für das Digitalisat; die Weiterleitung auf die
Präsentation des Titels in den digitalisierten Sammlungen erfolgt über einen Link im Katalogeintrag.
Im Ostasien-OPAC kann man über die erweiterte Suche sämtliche Digitalisate recherchieren.Man wählt als Suchbereich „Alle Wörter“ aus, gibt als Suchbegriff „ssg 6,25“ ein und wählt als Materialart die „Online-Ressourcen“ aus.

Als Ergebnis erhält man alle Digitalisate, die man dann über die Filterfunktion an der linken Bildschirmseite nach Sprachen weiter filtern kann.

Die Japonica können auch über die Schlagwortsuche 貴重書, キチョウショ, kichousho (wahlweise Eingabe mit Kanji, Katakana oder Romaji) als Sammlung recherchiert und angezeigt werden; die Tibetica lassen sich, außer über den Filter „Sprache“, auch über die trunkierte Suche nach der Signatur: Waddell* als Sammlung anzeigen.

Westliche Ostasiatica

475 westlichsprachige Monographien aus dem Bestand des SSG Ost-und Südostasien als Digitalisat verfügbar.

Im Rahmen des Projekts SSG 6,25 Digital werden auch die relevanten Bestände des Signaturenspektrums Un bis UP des Alten Realkataloges (ARK) digitalisiert. Seit gestern stehen 475 Titel in den Digitalen Sammlungen der Staatsbibliothek zur Verfügung. Nach Abschluss des Projekts werden über 4000 westlichsprachige und rd. 1800 originalsprachliche Titel bereit stehen. Die Strukturdaten der Titel werden erschlossen, d.h. Kapiteltitel, Bildunterschriften etc. sind suchbar und helfen beim Navigieren im Dokument. Hier geht es zur Präsentation der Ostasiatica.

Die „Schlachtenkupfer“ des Qianlong-Kaisers

CrossAsia präsentiert Digitalisate der 64 „Schlachtenkupfer“ aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin.

Die Drucke aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin gehören zu 5 Serien von Schlachtenkupfern, die der Qianlong Kaiser (reg. 1736-1795) in der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts anfertigen ließ, um seine Militärexpeditionen und -erfolge zu verherrlichen. Die in einer digitalen Ausstellung präsentierten Serien zeigen Feldzüge innerhalb des Reiches – in Hunan und Yunnan gegen die Miao resp. Zhong Miao – und in den Grenzgebieten, nämlich in West-Sichuan, auf Taiwan und gegen die Dsungaren.