Zwei neue Themenportale zu Japan

Die Unterzeichnung eines Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrags zwischen Preußen und Japan im Januar 1861 jährte sich in diesem Jahr zum 160. Mal. Pandemiebedingt konnte das Jubiläum „160 Jahre deutsch-japanische Beziehungen“ jedoch kaum Aufmerksamkeit finden, geschweige denn gebührend gefeiert werden. Nichtsdestotrotz möchten wir nun zu seinem Abschluss unseren virtuellen Beitrag dazu in Gestalt zweier Themenportale präsentieren.

Auf der Webseite über Die preußische Expedition in Japan 1860/61 werden der Aufenthalt der Gesandtschaft unter der Leitung von Friedrich Albrecht Graf zu Eulenburg sowie der Verlauf der Verhandlungen geschildert. Das letztlich geschlossene Abkommen folgte dem Muster der mit anderen westlichen Mächten geschlossenen Verträge und war somit sehr zum Nachteil von Japan. Die Expeditionsmitglieder verbrachten die Zeit zwischen den politischen Gesprächen mit Erkundungen und Einkäufen in und um Edo (das heutige Tokyo). Die für die damalige Königliche Bibliothek erworbenen Handschriften, Druckwerke und Karten stellen den eigentlichen Beginn der Japan-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin-PK dar und werden in einem weiteren Themenportal vorgestellt. Einige Werke können dabei einzelnen Personen zugeordnet werden, namentlich dem Gesandten Eulenburg sowie dem Attaché Max von Brandt, dem Geologen Ferdinand Freiherr von Richthofen und dem Arzt Robert Lucius Freiherr von Ballhausen.

Tatsächliche Reisen nach Japan sind derzeit leider kaum umzusetzen, und so hoffen wir, dass diese beiden virtuellen Ausflüge zumindest etwas Abwechslung bieten. Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre.

Neues Themenportal online: Die tibetische Sammlung der SBB-PK

Die Staatsbibliothek zu Berlin beherbergt eine der größten Tibetica-Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Sie setzt sich aus modernen Erwerbungen mit derzeit etwa 17.800 Titeln und einem umfangreichen vormodernen Bestand von etwa 6.700 Signaturen zusammen. Hinter diesen Zahlen verbergen sich die verschiedensten Medien. Von Handschriften und Blockdrucken bis hin zu Monographien, Zeitschriften und Zeitungen lassen sich die unterschiedlichsten Materialien finden. Die modernen Bestände stammen in erster Linie aus Tibet und dem chinesischen Verlagswesen sowie der tibetischen Exilgemeinde in Nordindien.

Das neue Themenportal legt seinen Fokus auf die vormodernen Sammlungen, stellt einige näher vor und setzt sie in Kontext mit ihren Sammlern. Diese Präsentation soll Nutzer dazu einladen, die Bestände zu erkunden und dazu begeistern, selbst weiter zu recherchieren. Dazu steht am Ende eine umfangreiche Liste mit Katalogen zur gesamten Sammlung zur Verfügung.

Neues Themenportal zur mongolischen Sammlung an der Staatsbibliothek online

Die mongolische Sammlung an der Staatsbibliothek zu Berlin ist eine der größten und bedeutendsten weltweit auf diesem Gebiet. Die Objekte decken einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren ab und umfassen Medien verschiedener mongolischer Dialekte. Die moderne Sammlung setzt sich vor allem aus Erwerbungen in der Mongolei und der Autonomen Region Innere Mongolei zusammen. Dadurch sind sowohl Medien in kyrillischer als auch mongolischer Schrift zu finden. Derzeit hat sie einem Umfang von mehr als 21.500 Medien. Darüber hinaus lassen sich zahlreiche mongolische Handschriften und Blockdrucke sowie Landkarten finden. Einige Forscher und ihre Sammlungen werden ebenfalls vorgestellt.

Das nun veröffentlichte CrossAsia-Themenportal stellt die Sammlung insgesamt sowie schlaglichtartig einige bedeutende Teilbereiche mit vormodernen Inhalten vor und soll zugleich zum Stöbern in unseren Beständen einladen.

Neues Themenportal online: Die südostasiatische Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin

Die südostasiatische Sammlung der Berliner Staatsbibliothek ist mit weit über 100 000 Bänden die umfangreichste Sammlung dieser Art in Deutschland und gehört zu den bedeutenden Südostasien-Sammlungen weltweit. Die Sammlung umfasst Publikationen aus und über die 11 Länder Myanmar (Burma), Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Singapur, Indonesien, Brunei, Osttimor und die Philippinen.

In dem nun veröffentlichten CrossAsia-Themenportal wird die Sammlung der Staatsbibliothek vorgestellt. Neben einem allgemeinen Überblick und der Vorstellung von besonderen Stücken der Sammlung bietet das Themenportal auch Zugang zu ersten Sucheinstiegen und lädt die Leserschaft dazu ein, auf eigene Faust die Bestände zu erkunden, die neben originalsprachiger Literatur südostasiatischer Länder auch zahlreiche Publikationen in westlichen Sprachen bieten.

Themenportal zu den Nava’i-Handschriften

In den Themenportalen haben wir eine Vorstellung der Sammlung der Nava’i-Handschriften an der Staatsbibliothek zu Berlin veröffentlicht. Mir Ališer Nava’i (میر علی شیر نوایی, 1441 – 1501) gilt nicht nur als der bedeutendste Dichter der Chagatai-Literatur, sondern war auch Philologe und Maler. Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt insgesamt 29 Nava’i-Handschriften. Die meisten von ihnen stammen aus den Sammlungen Diez, Hartmann und Huth. Diese kleine Sammlung enthält Dīwān (دیوان), Kulliyāt ( کلیات), Ḫamsas (خمسه) und einzelne Kompositionen wie Maǧālis an-nafā’is (مجالس النفائس), Lisān aṭ-ṭair (لسان الطیر), Maḥbūb al-qulūb (محبوب القلوب), etc. Die Nava’i-Handschriften aus der Sammlung Diez stammen aus dem 16. Jahrhundert, während andere im 18. bis 19. Jahrhundert kopiert wurden. Gegenwärtig sind sechs Nava’i-Handschriften aus der gesamten Chagatai-Sammlung digitalisiert worden.

Neues Themenportal in CrossAsia

Gerade haben wir ein neues Themenportal auf unseren CrossAsia Seiten online gestellt. Es gibt einen Überblick über die Manjurica-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin. Diese zählt mit rund 550 Titeln zu den großen Sammlungen von Literatur in dieser Sprache in der Welt. Ihre Geschichte reicht zurück bis in die frühen Anfänge der Bibliothek in der Mitte des 17. Jahrhunderts, da der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) seine Privatbibliothek für Wissenschaftler und interessierte Gäste öffnete. Möglicherweise war es Andreas Müller (1630-1694), der erste Kurator der chinesischen Sammlung in jener Zeit, der die ersten manjurischen Titel für die Bibliothek erwarb. Die Sammlung wuchs im Laufe der Jahrhunderte mit unterschiedlicher Intensität, aber stets kontinuierlich. Renommierte Spezialisten für die Sprache, Geschichte und Kultur der Manju trugen bis in die jüngste Vergangenheit zum Heranwachsen einer wertvollen Sammlung an Manjurica bei. Im aktuell veröffentlichten Themenportal wird ihre Geschichte und ihr Wachsen sowie die Sichtbarmachung derselben in den Digitalen Sammlungen der Staatsbibliothek beschrieben, es werden Hinweise zum Auffinden der Manjurica in letzteren bzw. in unseren Katalogen gegeben. Weitere Themenportale zu unseren Sammlungen bzw. Projekten finden Sie hier.

Naval Kishore Press – digital: Digitalisierung und Texterkennung bei Devanagari-Drucken

Der 1858 in der nordindischen Stadt Lakhnau gegründete Verlag Naval Kishore Press (NKP) entwickelte sich in den ca. hundert Jahren seines Bestehens zu einem der bedeutendsten Verlagsunternehmen Indiens. Zu Lebzeiten des Gründers Munshi Naval Kishore (1836-1895) veröffentlichte der Verlag geschätzte 5.000 Titel in den Sprachen Hindi, Sanskrit, Urdu, Arabisch, Persisch und Englisch. Inhaltlich deckte das Verlagsportfolio eine große Bandbreite ab – Schulbücher, Ratgeber, Texte der klassischen Sanskrit-Literatur, Literatur zum Islam, Koran-Ausgaben und Übersetzungen englischer Klassiker, wie z.B. die Dramen William Shakespeares, wurden publiziert. Die CATS Bibliothek / Abteilung Südasien der Universität Heidelberg besitzt mit ca. 2.000 Titeln der Naval Kishore Press einen repräsentativen Querschnitt der Veröffentlichungen dieses bedeutenden Verlagshauses.

Um diesen Schatz für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sichtbarer – und vor allem besser nutzbar – zu machen, wurde im Rahmen des FID Asien das Teilprojekt Naval Kishore Press – digital initiiert. Ausgewählte Hindi- und Sanskrit-Titel in Devanagari-Schrift aus der NKP Sammlung werden im Digitalisierungszentrum der UB Heidelberg digitalisiert. Aus diesen Bildfaksimiles werden unter Einsatz der Plattform Transkribus editierbare Volltextversionen erstellt. Die HTR Engine von Transkribus basiert auf künstlicher Intelligenz und wird folgendermaßen angewendet: Zunächst werden von ca. 200 Seiten des zu erkennenden Materials „Ground Truth“ (GT) Transkriptionen erstellt. Dabei handelt es sich um manuell transkribierte 1:1 Wiedergaben des Textes auf dem Bildfaksimile. Die GT und die Bildfaksimile werden verwendet um ein Datenmodell zu trainieren, dessen HTR Algorithmen auf künstlichen neuronalen Netzen basieren und mit dem nun weitere Devanagari-Text automatisch transkribiert werden können. Mit einer Character Error Rate (CER) von 2-5% beim Validierungssatz liefern die beiden trainierten Datenmodelle bereits hervorragende Ergebnisse.

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Neues Themenportal zur “Bibliothek Otsuka”

Soeben wurde ein weiteres Themenportal auf unserer Webseite CrossAsia freigeschaltet. Auf diesem wird die so genannte “Bibliothek Otsuka“ vorgestellt. Der Marxist und Dichter Ōtsuka Kinnosuke (1892-1977) überließ die Sammlung der damaligen Deutschen Staatsbibliothek (heute wiedervereinigt mit der Staatsbibliothek zu Berlin-PK) in Ost-Berlin in Form von sechs Schenkungen zwischen den Jahren 1962 und 1986. Die letzte Schenkung erfolgte posthum durch seine Witwe. Das Portal informiert über Leben und Werk von Ōtsuka Kinnosuke, über den nicht ganz einfachen Weg, den die Schenkungen von Japan bis in die DDR genommen haben sowie über die Sammlungsinhalte.

Neues Themenportal in CrossAsia

Jüngst haben wir erneut ein Themenportal auf unseren CrossAsia-Seiten online gestellt. Es stellt das Berlin-Kraków Projekt vor, das durch die Bewilligung von Mitteln durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und eine Kooperation mit der Biblioteka Jagiellońska in Kraków, Polen, ermöglicht worden ist und durch welches die Staatsbibliothek zu Berlin dem Ziel einer virtuellen Rekonstruktion der alten Ostasiensammlung der Preußischen Staatsbibliothek entscheidend nähergekommen ist. Das Portal informiert über die Geschichte der Sammlung, heute in Kraków lagernde Signaturengruppen bzw. Sammlungsteile und zeigt Wege zum Auffinden dieser in unseren Katalogen bzw. der Digitalen Bibliothek der Staatsbibliothek.

Neues Themenportal in CrossAsia

Jüngst haben wir erneut ein Themenportal auf unseren CrossAsia-Seiten online gestellt. Es handelt sich um das Themenportal Fung Asseng and Fung Ahok, in dem die Lebensläufte der möglicherweise ersten Chinesen, die je nach Deutschland gekommen sind, ihre Übersetzungen von Luthertexten, Nachfahren des ersteren sowie weiterführende Literatur zu beiden vorgestellt werden. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

Weitere Themenportale folgen in Kürze.