Besuche

Besuch aus der National Library of China

Am 02.12.2016 weilte eine Delegation der National Library of China in der Staatsbibliothek zu Berlin. Gekommen waren Herr Wei Dawei 魏大威 (Deputy Director of NLC), Frau Xin Lu 辛璐 (Deputy Head of NLC Office), Herr Li Zhiyao 李志尧 (Assistant of Deputy Director of Digital Resource & Service Department), Frau Zhang Wei 张炜 (Head of Digital Resources Integration Section) und Herr Liu Fengting 刘沣霆 (Digital Resources Copyright Management Section), um sich einen Einblick in die Arbeit der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) zu verschaffen und die Arbeit der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) und ihrer Ostasienabteilung bzw. CrossAsia kennenzulernen. Nach einführenden Bemerkungen durch Herrn Reinhard Altenhöner (Ständiger Vertreter der Generaldirektorin der SBB) zur Geschichte der Staatsbibliothek, ihren Aufgaben, herausragenden Sammlungen und Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung sowie ihrer Kooperation mit der DDB gab Frau Dr. Ellen Euler (Stellvertreterin des Geschäftsführers Finanzen, Recht, Kommunikation Leiterin Recht und öffentliche Angelegenheiten der DDB) eine Präsentation zum Thema „Deutsche Digitale Bibliothek: Aggregation Network for Germany’s Cultural Heritage. A Joint Venture of Many Players“. In der anschließenden Gesprächsrunde zeigte sich ein spezielles Interesse der Gäste insbesondere an der Organisationsstruktur der DDB.

Der Besuch der Delegation gab Herrn Matthias Kaun und Frau Dr. Cordula Gumbrecht Gelegenheit zum Austausch über zukünftige Kooperationen im Bereich der Digitalisierung, Nutzung von Datenbanken sowie der Erschließung der Bestände. Eine Präsentation von chinesischen Rara der Ostasienabteilung sowie ein Rundgang durch das Haus an der Potsdamer Straße rundeten den Besuch ab.

Besuch aus Shanghai

Am 07. Juni weilte eine Delegation des „Chinese Ancient Books Preservation and Conservation Institute“ der Fudan-Universität, Shanghai, mit seinem Direktor und ehemaligen Präsidenten der Fudan, Herrn Prof. Dr. Yang Yuliang, zu einem Informationsbesuch in der Staatsbibliothek. Nachdem es aus Anlass der Tagung International Collector’s Conference on Collecting and Preserving Rara, 国际藏书家古籍收藏与保护研讨会 an selbigem Institut im Oktober letzten Jahres bereits Gelegenheit zum Austausch mit den Tagungsteilnehmern  und Mitarbeitern des Instituts gegeben hatte, war die Delegation besonders interessiert,  mehr über die Digitalisierungsprojekte der Ostasienabteilung zu erfahren und Stücke aus frühen Sinica-Sammlung der Ostasienabteilung und der durch die Orientabteilung betreuten Turfan-Sammlung  zu sehen. Präsentiert wurden Stücke aus den Sammlungen Hirth, Moellendorff und Müller, dem Libri sin. N.S. – Bestand sowie vier Turfan-Fragmente. Dabei lag ein besonderes Augenmerk seitens der Besucher bei bindungs-und drucktechnischen Besonderheiten bzw. Fragen des Schreibmaterials.

Im Anschluss begab sich die Delegation in die Restaurierungswerkstatt der Abteilung Bestandserhaltung und Restaurierung in das Haus Unter den Linden, wo sie von Frau Britta Schütrumpf (Buch-und Papierrestauratorin) durch die dortigen Räume geführt wurden und von den anwesenden Mitarbeiterinnen eine jeweilige Probe ihrer aktuellen Arbeit gezeigt bekam. Da das Institut der Fudan-Universität derzeit den Aufbau einer eigenen Restaurierungswerkstatt plant, kam es hier zu einem angeregten  Austausch zwischen den Spezialisten.

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Frau Britta Schütrumpf und Herr Prof. Yang Yuliang

 

 

 

Besuch des Regionalreferats Ostasien der TIB Hannover in der Ostasienabteilung

Am 18.12.15 besuchte Frau Sarah Koch, die das Regionalreferat Ostasien an der TIB Hannover betreut, die Ostasienabteilung der SBB und lernte in ausführlichen Gesprächen insbesondere die Arbeit des Japan- und des Korea-Referats näher kennen. Dabei informierte sie sich über die Erwerbung, Bestellung und Lizenzierung von Datenbanken, die Katalogisierung von koreanischen und japanischen Beständen, die Übernahme von Fremddaten sowie zu den Abläufen des Blauen Leihverkehrs.

Besuch der National Diet Library, Japan, bei CrossAsia

Am 26.11.15 besuchte Frau YOSHIIE Akane (Acquisitions and Bibliography Department, National Diet Library, Japan) die Staatsbibliothek zu Berlin. Unter anderem erhielt sie von Ursula Flache eine Führung durch die Ostasienabteilung. Außerdem wurden ihr in einem Informationsgespräch das deutsche SSG- bzw. das neue FID-System sowie die Services der Ostasieanbteilung mit der Plattform CrossAsia und dem Blauen Leihverkehr vorgestellt.

CrossAsia-Arbeitstreffen

Am 12. April 2013 kamen 35 Vertreterinnen und Vertreter aus den deutschen Ostasienwissenschaften zu einem Arbeitstreffen in den Räumlichkeiten der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, zusammen. Die Ostasienabteilung hatte eingeladen, unter dem Titel „CrossAsia: 10 Jahre Digitale Infrastrukturen in den Ostasienwissenschaften“ gemeinsam Rückblick und Ausschau zu halten. In den zurückliegenden zehn Jahren des CrossAsia-Projekts wurden dem Portal kontinuierlich neue Funktionalitäten hinzugefügt und das Angebot an lizenzpflichtigen Datenbanken Stück um Stück aufgebaut. Heute steht allen Nutzern der Online Guide East Asia (OGEA), die CrossAsia Suche, Forum und Newsletter frei zur Verfügung. Registrierte Nutzer können darüber hinaus auch auf die lizenzpflichtigen Datenbanken und die virtuelle Forschungsumgebung CrossAsia Campus zugreifen und sich aktiv am Forum beteiligen. Mit Blick auf die Bedürfnisse unser Nutzer werden Funktionaliäten und Angebote des Portals weiter ausgebaut und verbessert, wie z.B. die CrossAsia Suche (s. hierzu auch den Beitrag in diesem Newsletter), oder auch das vielleicht ab Spätherbst, nach der Umstellung auf eine überarbeitete Webseite, mögliche Anlegen einer individuellen Datenbankauswahl aus dem Gesamtangebot.

Anschließend wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Ausblick gegeben auf die bevorstehenden Veränderungen bei der Überführung der Sondersammelgebiete (SSG) zu so genannten Fachinformationsdiensten für die Wissenschaft (FID). Diese sollen in Zukunft, mithilfe der Kompetenzzentren für Lizenzierung, die verschiedenen Fachgebiete betreuen. Die Überführung erfolgt in mehreren Schritten, wobei das SSG 6,25 Ost- und Südostasien im Jahr 2015 umgestellt werden wird. Die Umstrukturierung bringt vor allem Änderungen in den Erwerbungsrichtlinien mit sich. So wird z.B. die „Reservoir-Funktion“ der Bibliotheken, also das Sammeln von Literatur „auf Vorrat,“ zugunsten einer stärkeren Orientierung am aktuellen wissenschaftlichen Bedarf aufgegeben. Außerdem gilt zukünftig die so genannte „e-only-policy“, d.h., wenn es eine elektronische Ausgabe eines Titels gibt, so ist dieser in der Erwerbung der Vorzug gegenüber der gedruckten Ausgabe zu geben. Beide Punkte wurden von den Teilnehmer entweder als beunruhigende Entwicklung der wissenschaftlichen Grundversorgung gesehen oder als notwendiger Prozess, der neue Strukturen der Informationsversorgung schaffen wird.

Wir können aber feststellen, dass wir bereits in den zurückliegenden Jahren Schritte in die richtige Richtung unternommen haben, so dass der Wechsel in das neue FID-System keine gravierenden Änderungen oder gar Einbußen unseres Services mit sich bringen wird.

Ein weiteres Thema des Arbeitstreffens war die zukünftige Rolle von CrossAsia in den Forschungsinfrastrukturen der Ostasienwissenschaften. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird bei zukünftigen Anträgen verstärkt auf ein nachhaltiges Konzept zur Langzeitarchivierung der Forschungsdaten und -ergebnisse achten, d.h. bereits bei Antragstellung muss eine entsprechende Infrastruktur gewährleistet sein. Die Ostasienabteilung bzw. CrossAsia könnte hier als Partner in Ihren Projekten fungieren. Die Bibliothek der Zukunft wird aller Voraussicht nach nicht nur gefordert sein, fertig formulierte Dokumente vorzuhalten und bereitzustellen, sondern sie wird sich auch um Strukturen für sogenannte Forschungsrohdaten bemühen müssen.
Die Ostasienabteilung bzw. CrossAsia sieht darüber hinaus auch noch eine Reihe weiterer wichtiger Aufgaben, die der Beachtung und Behandlung harren. Da wäre neben der Erschließung noch unbearbeiteter Nachlässe im eigenen Bestand, z.B. der Aufbau und die Bereitstellung eines Foto-/Bildarchivs der Ostasienwissenschaft, in dem z.B. die privaten Dia- und Fotonachlässe von Ostasienwissenschaftlern abgelegt und dann von diesen selbst oder per Crowdsourcing erschlossen werden könnten. Auch der Aufbau einer Infrastruktur zur Unterstützung der ostasiatischen Institutsbibliotheken wäre ein Desiderat. Für diese Aufgaben fehlen jedoch derzeit die personellen bzw. finanziellen Kapazitäten.

Das Treffen abschließend wurden die Ergebnisse der CrossAsia-Nutzerumfrage vorgestellt (s. Artikel in diesem Newsletter) und in einer Runde Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht, wie in der Praxis das CrossAsia-Angebot in die Lehre eingebunden wird.

Wir bedanken uns hiermit noch einmal bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die rege Beteiligung am CrossAsia-Arbeitstreffen!