Neuerscheinung bei CrossAsia-eBooks – Japan’s Contemporary Media Culture between Local and Global

Sie sind noch auf der Suche nach einer stimulierenden Lektüre für die kalten Wintertage? Mit unserer aktuellen CrossAsia-eBooks Veröffentlichung haben wir vielleicht genau das Richtige für Sie.

 

 Japan's Contemporary Media Culture between Local and Global

Japan’s Contemporary Media Culture between Local and Global: Content, Practice and Theory / ed. by Martin Roth, Hiroshi Yoshida and Martin Picard.
Heidelberg: CrossAsia-eBook, 2021. https://doi.org/10.11588/xabooks.971

Dieser Sammelband bietet ein breites Spektrum an Untersuchungen zur zeitgenössischen Medienkultur Japans und verortet populäre Medieninhalte und die damit verbundenen Praktiken und Theorien im komplexen Wechselspiel zwischen Lokalem und Globalem. Die Kapitel lenken die Aufmerksamkeit auf mehrere prominente Phänomene, schlagen neue Ansätze für die Erforschung von Medien und Medienkulturen vor, und betonen die Bedeutung der Positionalität in diesem Kontext. Der Band dokumentiert die Ergebnisse einer Reihe von Doktorandenworkshops, die zwischen 2017 und 2019 in Kyoto und Leipzig stattfanden, und setzt die dort begonnenen Diskussionen fort.

 

Sowohl das Buch als auch die einzelnen Beiträge stehen im Open Access auf unserer Website zum Download bereit.

Neuer Testzugang: 中國地方歷史文獻數據庫 The Database of Chinese Historical Local Archives

Bis Ende Februar 2022 können wir unseren registrierten Nutzerinnen und Nutzern die Datenbank 中國地方歷史文獻數據庫 The Database of Chinese Historical Local Archives im Testzugang anbieten. Die Datenbank enthält im Rahmen von Feldstudien gewonnene Manuskripte aus 浙江, 安徽, 福建, 江西 und 湖北. Darunter finden sich Verträge 契约, Rechnungsbücher 账本, private Korrespondenz 家扎, Verwaltungsdokumente 行政, Rechtsdokumente 诉讼, Genealogien 家谱, medizinische Texte 医药 usw. Es gibt einen Einstieg in die Datenbank mittels dieser Katagorien und in einer zweiten Ebene nach der jeweiligen Ära (明, 清, 民国) bzw. der Region oder auch in den Dokumenten erwähnten Personennamen. In der Datenbank kann zudem mittels einfacher und erweiterter Suche recherchiert werden. Die Dokumente werden als Images mit beigefügten Metadaten angeboten. Die Dokumente liegen, anders als die Eigenbeschreibung der Datenbank vermuten lässt, leider nicht im Volltext vor.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren der Datenbank und freuen uns – wie immer – über Ihr Feedback via Email an x-asia@sbb.spk-berlin.de oder im Forum.

Airiti Datenbanken jetzt (fast alle) mit Volltext

Der Anbieter Airiti ermöglicht für die taiwanischen akademischen Journals, Qualifikationsarbeiten, Konferenzbeiträgen sowie die Zeitschriften des National Palace Museum nun auch die Recherche in den Volltexten. Als neue Auswahlmöglichkeit für den “Standard” sowie den “Advanced” Suchschlitz ist nach “Bibliography” (die Suche in den Metadaten) und “Publications” (der spezifischeren Suche nach Titeln von Zeitschriften etc.) nun auch die Auswahl “Fulltext” (bzw.  全文檢索 in der chinesischen Oberfläche) hinzugekommen.
Die Airiti E-Books sind aktuell noch nicht in die Volltextsuche integriert. Airiti plant jedoch für 2022 auch auf der E-Book Plattform (http://erf.sbb.spk-berlin.de/han/airiti/www.airitibooks.com/) eine Volltextsuche zu ermöglichen.

Als weiteres neues Feature hat Airiti die Möglichkeit eingerichtet, unter den Filtern der Trefferliste auch mehrere Optionen auszuwählen. Hierfür muss oberhalb des Filterspalte an der linken Fensterseite auf “Multiple Selection Mode” (改為多選模式) umgestellt werden. Wundern Sie sich aber nicht, wenn danach keine Treffer mehr angezeigt werden, u.U. gibt es in der Treffergruppe *keine* Titel, die allen von Ihnen ausgewählten Kriterien genügen ;-).

Eine kurze Erläuterung aller neuen Feature können Sie auch als PDF anschauen bzw. herunterladen.

Zum Abschluss erlauben Sie uns hier eine kleine Auffrischung bzw. Ergänzung, was die CrossAsia Suche Ihnen in Bezug auf die Airiti Ressourcen bereits zur Verfügung stellt:

  • alle Einzeltitel der Airiti Journal Artikel (TEPS), Proceedings Beiträge, Dissertations und den Artikeln in den verschiedenen National Palace Museum Periodicals können über die CrossAsia Suche recherchiert und von dort direkt aufgerufen werden. Die Daten werden monatlich aktualisiert
  • Airiti E-Book Titel können ebenfalls über die CrossAsia Suche recherchiert und von dort aufgerufen werden. Hier ist der Update-Turnus jährlich
  • alle dauerhaft lizenzierten Airiti E-Book Titel können auch im Stabikat/Ostasien-OPAC findbar, werden im CrossAsia ITR gespeichert und sind in die Volltextsuche und den ITR-Explorer integriert. Aktuell sind dies 309 Titel mit rd. 115 Tausend Seiten.

Viel Spaß beim Ausprobieren der neuen Airiti (und alten CrossAsia :-)) Feature.

 

Vortragsankündigung: Qiuzi Guo: The Shadow of Trees: Photography and Visual Realism in Early Twentieth-Century China

Am 22. November 2021 um 16:00 Uhr findet der Vortrag von Qiuzi Guo im Rahmen des 4A Lab Seminar statt. Ihr Thema sind die Anfänge der Photographie in China, durchgeführt von Chinesen. Sie wird zeigen, inwiefern diese mit der bisherigen „kolonialen“ Art der Photographie brachen und welchen Einfluss dies auf die Darstellung von Natur hatte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Qiuzi Guo ist Postdoctoral Fellow im interdisziplinären Programm des KHI. Sie promovierte 2019 im Fach Ostasiatische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg mit der Dissertation “When Kodak Came to China: Photography, Amateurs, and Visual Modernity, 1900-1937.” Darin untersucht sie, wie frühe chinesische Amateurphotographen zum Wachstum der chinesischen visuellen Moderne beitrugen, indem sie die Bildsprache der euro-amerikanischen Künstler an die chinesischen künstlerischen Ausdrucksformen anpassten.

Bitte beachten Sie, dass eine Anmeldung zur Teilnahme notwendig ist.

Das 4A Laboratory ist ein Forschungs- und Fellowship-Programm in Kooperation des Kunsthistorischen Instituts in Florenz (KHI) – Max-Planck-Institut und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren Museen und wissenschaftlichen Einrichtungen, in Partnerschaft mit der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Forum Transregionale Studien zu den Themen „Art Histories, Archaeologies, Anthropologies, Aesthetics“ („4A“). Mehr Informationen zu den derzeitigen Programmen finden Sie hier.

Testzugang für die E-Book Plattform KinoDen – Kinokuniya Digital Library

Wir freuen uns für den Zeitraum November 2021 bis einschließlich Januar 2022 einen Testzugang zu der japanischen E-Book-Plattform KinoDen – Kinokuniya Digital Library anbieten zu können.

KinoDen funktioniert als eine Aggregator-Plattform für die E-Books von über 130 japanischen Verlagen, mit einem Bestand von momentan etwas mehr als 40.000 Titeln im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Die Qualität der Bücher reicht vom retrospektiv gescannten Buch (PDF mit OCR für die Suche) bis zu echten Volltexten (EPUB). KinoDen funktioniert auf mobilen Endgeräten, für die Benutzung werden Chrome, Edge, Firefox oder Safari empfohlen.

Das Angebot ist ein Testzugang im doppelten Sinne. Zum einen der Zugriff auf die Plattform selbst, zum anderen ist für alle E-Books nur ein „Probelesen“ der ersten 20-30 Seiten, manchmal auch nur festgelegter Seiten möglich, da wir z.Z. noch keinen Titel lizenziert haben.

Eine Volltextsuche über alle Titel hinweg ist jedoch möglich. Treffer werden in Form von Text-Snippets angezeigt. Das Inhaltsverzeichnis kann auch eingesehen werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie das Angebot trotz der Beschränkungen ausführlich testen könnten.

Da sich der Anbieter als Aggregator schwertut, die von der DFG im Rahmen der Förderung für die Fachinformationsdienste (FID) geforderten Lizenzbedingungen zu erfüllen (insbesondere Archiv- und Textmining-Rechte, die zumeist bei den einzelnen Verlagen liegen), würden uns zahlreiche Rückmeldungen von Ihrer Seite zu den u. g. Punkten sehr bei der Einschätzung helfen, wie der Bedarf von Ihrer Seite für solche Angebote ist und ob wir hier tätig werden sollen.

Neben dem Vorteil der Volltextsuche über den gesamten Bestand, interessiert uns vor allem, ob Sie

  1. das Angebot inhaltlich für sinnvoll erachten, d.h. sich Titel aus Ihrem Fachgebiet, die Sie auch als E-Book nutzen würden überhaupt darin befinden?
  2. ggf. ein Einzelzugriffsrecht auf Titel ausreicht, d.h. wenn ein Band in Benutzung ist, niemand anderes auf ihn zugreifen kann?
  3. wie Sie die beschränkte Ausdruckfunktion (begrenzte Seitenzahl (z.Z. 60 S.) pro Druck, mehrere Druckvorgänge für einen Titel nötig) für Ihre Arbeit bewerten?

Für den Zugang loggen Sie sich bitte wie üblich bei CrossAsia ein und folgen dann diesem Link.

Wir freuen uns über ein reges Testen der Datenbank und Ihr Feedback dazu, gern via E-Mail oder im Forum.

Survey on Research Conditions in China-related Sciences in Europe: Results

The 23rd Conference of the European Association for Chinese Studies (EACS) took place August 24 – 27, 2021. It was hosted as an online conference by the East Asian Institute at Leipzig University.

During the preparation of and while accompanying the conference, CrossAsia had called for your participation in investigating the research conditions in China-related sciences in Europe.

We would like to take this opportunity to sincerely thank you for your participation in the survey, the aim of which was to better understand the needs and wishes within the research community and to learn more about the conditions and requirements in the China-related sciences in Europe.

Together with European partner libraries, we would like to contribute to sustainably improving the conditions for Asia-related research in Europe by building a European knowledge- and licensing-network. Therefore, we wanted to find answers to questions regarding the prioritisation of different types of resources, ­the understanding of the process of licensing e-media, the spread and utilisation of methods in Digital Humanities (DH), as well as the international networking of scholars and the resulting synergies when accessing resources.

These answers will be given below.

Characterisation of the Participants

A total of 630 persons participated in the 23rd EACS. We received 132 complete and correctly filled-in questionnaires. Of these, only questionnaires from people who are presently associated with a European research institution were evaluated.

Scholars from 24 European countries took part in the survey, the majority of which are working in Germany (29%), followed by United Kingdom and Italy (12, % each). The remaining countries score under 5% each.

In Germany, the Fachinformationsdienst Asien (FID Asien, i.e., Special Subject Information Service Asia) and the online-platform CrossAsia provide a well-groomed range of materials to supply researchers with resources on Asia-sciences, especially, the China-related ones.

It is against this background, and in view of the comparatively high number of people working in Germany who participated in the survey, that a certain imbalance in the answers will very likely be introduced into the considerations following below.

Ill. 1. Survey participants according to country.

 

The clear majority of participants (98%) is active at an academic institution. The majority (90%) of these, again, at a university or college. Generally, these places do grant access to a library in order to provide the required resources.

Ill. 2. Institutional affiliation of the persons interviewed.

Unsurprisingly, more than 97% of the interviewed identified Mainland China as the core of their research interests; beyond that, over 21% named Taiwan. As a rule, littoral states of China are not taken into consideration in research. Individual researchers, however, are working on topics that also relate to Japan, South Korea, Mongolia, Russia, South East Asia and, to a lesser degree, South Asia.

Ill. 3. Visual display of the main research regions (up to three entries per person allowed).

Regarding the thematic orientation of the research contents, it is obvious that classical, text-oriented, themes were the strongest group (36%) of answers of the interviewed persons from all European states participating. The feedback from Russia was an exception. Here, all participants indicated that history was not among their main interests.

Another strong research area is literature/philology (25%). Smaller areas of research are history of art, linguistics, philosophy, political science, religious science and, sociology (ca. 10% each).

Only a few researchers (>5%) study anthropology, archaeology/pre- and early history, economics, education/educational sciences, human geography, law, library and information sciences, and media/information/communication sciences. The evaluation results show that the “traditional” fields of China-related sciences are still a the majority. But smaller, or newer, scholarly fields are also present. The heterogeneity of European China-related research mirrors the answers of the participants in the survey.

Access to Resources

The survey intended to provide an overview of the access options to information resources in European China-related research.

Central in this context is the question of the meaning, the relevance, of different types of sources. The survey differentiates between print- and online-resources. Here, all resources are labelled e-resources only when they exist as sources and special subject information available online, in all different kinds, e.g., e-books, digital journals, licensed databases, or Open Access materials.

Ill. 4. Importance of print resources for participants.

Ill. 5. Importance of e-resources for participants.

The majority of participants in this survey (89%) rated e-resources as more important than printed materials. This shows that access to electronic resources has become essential for successful research. Looking at the German participants only, this impression gets marginally stronger (ca. 95% of the German participants consider e-resources essential). Nevertheless, printed media also maintain a strong position: 87% of the participants consider them essential or, still essential, respectively.

Ill. 6. Usage of different types of material (up to three entries per person allowed).

These types of material reflect the interviewees’ research interests which are predominantly historical or, philological/linguistical.

Access to E-Resources

Besides the confirmed need for e-resources, their availability and accessibility are of central concern for China-related research in Europe.

Ill. 7. Access to databases via respective institution.

The diagram shows clearly that the majority of the participants still lack access to the databases needed for their research. Scholars working at German institutions responded markedly more positive to this question. More than 74% confirmed to have access to needed materials. In the optional commentary section, respondents often referred to CrossAsia.

In order to offer access to e-resources, they usually have to be licensed first. The questionnaire shows that the whole process of licensing for science is still rather intransparent. To begin with, only about 17% of the interviewees do not know for sure who may suggest resources for licensing at their institutes. Furthermore, over 31% do not know who at their institutions is involved in the process of evaluating new resources. More than 33% are unable to name the person(s) which ultimately decide on the licensing of e-resources.

Given the urgent necessity to better integrate e-resources into the general supply of information, students and researchers should be more involved in the decision-making process.

Digital Humanities

In the field of DH, methods become usually applicable only when the required e-resources are available and data can be generated. Therefore, the availability of the respective online resources constitute a precondition for the straightforward implementation of DH-projects which need this kind of sources.

Ill. 8. Usage of DH-methods in research of respondents.

The increased importance of Digital Humanities in China-related research is also evident in the above illustration. It shows that nearly 50% of the respondents are employing DH-methods or are planning to do so. This positive general picture is evenly distributed over Europe.

Regarding the distribution of different tools, we get the following picture:

Ill. 9. Distribution of DH-tools used.

It comes to no surprise that two text-based methods (text and data mining [30%] and textual analysis [25%]) are mentioned most often, since the majority of the participants indicated a philological/historical research background. This is in contrast to the limited availability of the required data. 23% of the respondents stated that they do not have access to the respective materials.

Ill. 10. Access to licensed databases needed to conduct DH-projects.

Networking among researchers was another point of the survey. Its aim was to determine to what extend scholars who do not have access to important resources in their respective countries manage to get this access via an affiliation with international research projects.

Ill. 11. Percentage, participation of interviewees in international research groups.

In the present European context of China-related sciences, international research groups are still the exception. Only about 20% of the surveyed scholars presently take part in any of them. However, the fact that 45% of the respondents state that they plan to engage in an international research group shows their keen interest. Unfortunately, the cooperation in an international research project does not necessarily result in access to resources. Only 9% of the answers acknowledge access to the resources of the partner institutions, 21% do not have access.

Conclusion

China-related research in Europe is reflected in the survey as humanistically (geisteswissenschaftlich) dominated, with a focus on Mainland China. Access to resources, regardless whether in print or online, is considered as very important. At the same time, access, especially to online materials, is not granted everywhere. One reason for this might be a lack of knowledge surrounding the procedures of licensing.

If these were communicated better, researchers would be enabled to exert their influence in the right places by submitting their suggestions and wishes. One positive exception in Europe is the literature supply in Germany where significantly less researchers have grave problems with obtaining vital information.

It can be safely assumed that the main reason for this is the Special Subject Information Service Asia (FID) with its online offerings in CrossAsia which closely cooperates with the researchers in order to provide the required materials. The numerous mentioning in the survey’s commentaries may be taken as evidence and confirmation.

The results of the survey confirm the expectation that access to e-resources in Europe is still far from being homogeneous. There are big differences between individual countries regarding the provisioning of required materials, while the procedures of licensing individual databases are not transparent.

Today, individual scholars’ high degree of specialisation leads to a wide range of usage requirement and requests. In particular, with regard to the continuously increasing digitisation and the growing number of DH-projects, a united and coordinated approach should be able to more adequately live up to this kind of diversity. In order to facilitate access to electronic media, some things are indespensible: consultation with, and advice from, scholars and librarians in specialized libraries and information centres, the sharing of information surrounding the topic of licensing, and the exchange of experience reports.

Long-term international cooperation and reliable coordination of diverse partners could be and, in our opinion, are, instrumental in improving access conditions for the European research community in general.

The FID Asia considers this its duty. Together with you, we would like to take on this challenge.

Neues Themenportal online: Die tibetische Sammlung der SBB-PK

Die Staatsbibliothek zu Berlin beherbergt eine der größten Tibetica-Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Sie setzt sich aus modernen Erwerbungen mit derzeit etwa 17.800 Titeln und einem umfangreichen vormodernen Bestand von etwa 6.700 Signaturen zusammen. Hinter diesen Zahlen verbergen sich die verschiedensten Medien. Von Handschriften und Blockdrucken bis hin zu Monographien, Zeitschriften und Zeitungen lassen sich die unterschiedlichsten Materialien finden. Die modernen Bestände stammen in erster Linie aus Tibet und dem chinesischen Verlagswesen sowie der tibetischen Exilgemeinde in Nordindien.

Das neue Themenportal legt seinen Fokus auf die vormodernen Sammlungen, stellt einige näher vor und setzt sie in Kontext mit ihren Sammlern. Diese Präsentation soll Nutzer dazu einladen, die Bestände zu erkunden und dazu begeistern, selbst weiter zu recherchieren. Dazu steht am Ende eine umfangreiche Liste mit Katalogen zur gesamten Sammlung zur Verfügung.

Neuerscheinung bei CrossAsia-eBooks – The Imperial Library of the Northern Song

Wir freuen uns, Ihnen eine Neuerscheinung bei CrossAsia-eBooks anzukündigen:

The Imperial Library of the Northern Song: A Complete Translation of the Lintai gushi (canben) 麟台故事 (殘本) by Cheng Ju 程俱 (1078-1144) von Johannes L. Kurz.
Heidelberg: CrossAsia-eBooks, 2021. ISBN 978-3-948791-10-0 (Online-PDF) ; 978-3-948791-11-7 (Softcover).
https://doi.org/10.11588/xabooks.814

The Imperial Library of the Northern Song von Johannes L. Kurz ist eine Übersetzung des Lintai gushi von Cheng Ju, eines Buches, das sich mit den kaiserlichen Büchersammlungen unter den Nördlichen Song beschäftigt. Die Bibliothekssammlungen der frühen Nördlichen Song wurden von Grund auf neu angelegt, um dann bei dem verheerenden Brand von 1015 und bei der Verlegung der Hauptstadt von Kaifeng nach Hangzhou teilweise wieder zerstört zu werden. Das Lintai gushi von Cheng Ju ist die älteste erhaltene Quelle für Informationen über die kaiserlichen Bibliotheken der Nördlichen Song (960-1126). Das Lintai gushi zeugt von den verschiedenen Aktivitäten, die unternommen wurden, um umfassende Büchersammlungen wiederaufzubauen und damit die Lücke in der Geschichte der kaiserlichen Song-Bibliotheken zu schließen.

Johannes L. Kurz studierte an der Universität Heidelberg und promovierte 1993 in Klassischer Sinologie bei Prof. Dr. Rudolf G. Wagner und Prof. Dr. Lothar Ledderose zum Thema “Die ‘Clique’ in der Song-Geschichtsschreibung über die Südliche Tang” und habilitierte sich 2002 an der Universität Kiel mit “Das Kompilationsprojekt Song Taizongs (reg. 976-997)”. Seine Forschungsschwerpunkte sind die vormoderne chinesische Geschichtsschreibung, die Geschichte des Südchinesischen Meeres und chinesische Quellen in den Nationalgeschichten südostasiatischer Staaten. Seit 1998 arbeitet er an der Geschichtsabteilung der Universiti Brunei Darussalam in Brunei.

Auf unserer CrossAsia-eBooks Plattform stehen Ihnen das Gesamt-PDF des Buches sowie die Einzelkapitel zum kostenlosen Download zur Verfügung. Parallel dazu ist eine Softcover-Ausgabe erschienen, die über den stationären Buchhandel und Online-Buchhändler erworben werden kann.

Alle bis Winter 2021 geplanten Titel finden Sie in unserer aktuellen Verlagsvorschau.
Sie interessieren sich für eine Veröffentlichung bei CrossAsia-eBooks? Nähere Informationen zum Publizieren und zu rechtlichen Fragen finden Sie unter der Rubrik „Publizieren“ auf unserer Verlagsseite. Gerne können Sie auch direkt mit uns Kontakt aufnehmen.

Schulungsprogramm für das Wintersemester veröffentlicht bis Ende Dezember

Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass auf unserer Schulungswebseite – dem CrossAsia Classroom – die Schulungstermine bis Jahresende 2021 freigeschaltet wurden. Auch in diesem Semester bieten wir wieder freie Webinare zu verschiedenen Themen an. Neben Einführungsveranstaltungen zu den unterschiedlichen Regionen (China, Japan, Korea, Südasien, Südostasien und Zentralasien), haben Sie die Möglichkeit, sich über spezifische Materialarten oder Recherchetools zu informieren. Eine Anmeldung ist nicht nötig, Sie können jederzeit spontan teilnehmen.

Mit diesem Angebot wollen wir die Institute in der digitalen Lehre unterstützen. Die Veranstaltungen, die in diesem Semester stattfinden, sollen evaluiert werden, um den Bedarf unserer CrossAsia-Community an diesen Angeboten kennenzulernen. Am Ende jeder Veranstaltung wird mit Ihnen ein Link zur Umfrage geteilt. Wir bitten um zahlreiche Teilnahme!

Wir möchten Sie auch noch auf das allgemeine Schulungsprogramm der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz aufmerksam machen. In diesem Rahmen gibt es eine Schreibwerkstatt, Veranstaltungen zur Recherche in den Katalogen der Staatsbibliothek und gesonderte Angebote für Promovierende.

 

 

Die Typographia Sinica im Humboldt Forum

Dies ist die aktualisierte Fassung eines zuerst im Bibliotheksmagazin (1/2019) erschienenen Artikels von
Cordula Gumbrecht, Ostasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, und
Christian Fischer, Staatliche Museen zu Berlin

 

Im Frühjahr 2017 hatte die Ostasienabteilung der Staatsbibliothek eine Leihanfrage seitens der Gründungsintendanz des im Zentrum Berlins entstehenden Humboldt Forums erreicht. Im Zuge von Recherchen für die  “Spuren. Geschichte des Ortes”, Ein-Objekt-Ausstellungen, die die wechselvolle Geschichte des historischen Ortes, beginnend beim Schloss des Großen Kurfürsten bis hin zum Palast der Republik veranschaulichen sollten, war man auf die Typographia Sinica von Andreas Müller (um 1630-1694) aufmerksam geworden, ein Objekt aus den frühen Anfängen der Kurfürstlichen Bibliothek, das neben Kostbarkeiten und Raritäten das Interesse des Kurfürsten für die Künste und Wissenschaften sowie sein intellektuelles Umfeld illustrieren soll. 

Im Zuge der Vorbereitungen auf die Präsentation im Humboldt Forum und weiterführende Projekte zur frühen Sammlungsgeschichte der Ostasienabteilung wurde die Typographia Sinica mittels Multi Kamera Photogrammetrie in Gänze (das Möbel und alle enthaltenenen Drucktypen) 3D digitalisiert. Das Verfahren wurde auf der 26. Electronic Media and Visual Arts (EVA) im November 2019 in Berlin vorgestellt. Ein erster Eindruck von den Ergebnissen dieser Digitalisierung kann hier gewonnen werden.

1969 wurde die Typographia Sinica erstmals aus Anlass des fünfzigjährigen Bestehens der Orientabteilung der vormaligen Deutschen Staatsbibliothek (Berlin-Ost, Unter den Linden) gezeigt, drei Jahrzehnte später war sie im Rahmen der seinerzeit vielbeachteten Ausstellung im Neuen Palais in Sanssouci, Potsdam, (Der Große Kurfürst : 1620 – 1688. Sammler, Bauherr, Mäzen) zu sehen;  nun ist es gerade einmal fünf Jahre her, dass sie zusammen mit weiteren Leihgaben aus der Ostasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, allesamt frühe Sinica aus der Büchersammlung des Großen Kurfürsten, im Kunstgewerbemuseum (im Schloss Köpenick, Berlin) einen der Höhepunkte der Schau Lob der Guten Herrschaft. Die Lackkunst des Gérard Dagly im Berliner Schloss darstellte. Während mit ersterer dem dreihundertsten Todestag des Großen Kurfürsten gedacht und seine Verdienste für das Land Brandenburg gewürdigt wurden, widmete sich letztere speziell dem Wirken des Lackkünstlers Gérard Dagly (ca. 1660–1715) am Hofe desselben: Dagly war im Jahr 1686 vom Großen Kurfürsten nach Berlin gerufen und im Jahr darauf zum Kammerkünstler ernannt worden. Der Kurfürst hegte generell eine starkes Interesse für alle wissenschaftlichen und technischen Gerätschaften und die damit verbundenen Erkenntnisse, und so beherbergten die Sammlungen in den Kunst- und Raritätenkammern im Apothekerflügel seines Berliner Schlosses zahlreiche Kostbarkeiten, wie Naturalien, Kuriositäten, Münzsammlungen (Numismata) und Antiquitäten aus der ganzen Welt, für dessen Aufnahme er eigens Kabinette anfertigen ließ. Besonders bemerkenswert unter diesen sind die vom Hoftischler Berend Lewen ausgeführten und von Gérard Dagly mit asiatischen Lackarbeiten dekorierten, prachtvollen Münzschränke, die zugleich in hervorragender Weise seine Begeisterung für Ostasien widerspiegeln. Zugleich beabsichtigte er, nach niederländischem Vorbild in Berlin eine ostindische Handelsgesellschaft zu gründen, um am lukrativen Handel mit China teilzuhaben und das durch den Dreißigjährigen Krieg von Bevölkerungsverlusten schwer gezeichneten Land zu Reichtum und Macht und, wie er in der „Instruktion für den Geheimrath Paul Fuchs“ von 1684 schrieb, seinen „Unterthanen … zu Nahrung und Unterhalt …“  zu verhelfen. Der Große Kurfürst hatte einen vierjährigen Jugendaufenthalt in Holland verbracht und 1646 Louise Henriette von Nassau-Oranien (1627-1667) geehelicht. Durch Vermittlung seines Schwiegervaters, des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647) lernte er 1647 den in Seefahrt und Handel höchst erfahrenen holländischen Admiral Aernoult Gijsels van Lier (um 1593-1676) kennen, der bereits mit 16 Jahren in Diensten der Ostindischen Kompanie gestanden hatte und 1618 Oberkaufmann und Flottenbefehlshaber über die Kontore von Ambon (Molukken) geworden war. Dieser beriet ihn nun in seinen Kolonialplänen. Im Jahr 1651 ernannte der Große Kurfürst Gijsels van Lier zum Geheimen Rat und betraute ihn mit dem Amt in Lenzen (an der Elbe). Zwanzig Jahre später verhandelte er mit ihm, dessen chinesische Bücher, vornehmlich in chinesischer Sprache verfasste Werke von jesuitischen Missionaren, zu erwerben. Die Pläne des Großen Kurfürsten für eine kurbrandenburgisch-ostindische Kompanie und somit für eine Expansion gen Ostasien wurden nicht verwirklicht, geblieben sind die Sinica seiner Privatbibliothek.

Beteiligt an den Verhandlungen zum Kauf der Sinica aus dem Besitz van Liers war Andreas Müller (um 1630-1694) aus Greifenhagen in Pommern, seit 1667 Probst an der Nikolaikirche in Berlin und neben Christian Mentzel (1622-1701), seit 1658 Leibarzt und kurfürstlicher Rat Friedrich Wilhelms und von 1685-1692 mit der chinesischen Büchersammlung des Kurfürsten betraut, auch er eine Zentralfigur der frühen Sinologie in Deutschland.  Er hatte in Rostock und Wittenberg Theologie und orientalische Sprachen studiert, erlangte 1654 an der Universität Rostock die Magisterwürde. Die gesicherte materielle Lage seines Vaters erlaubte ihm den Besuch mehrerer Universitäten wie auch Reisen nach England und Holland. 1658 schrieb er sich im holländischen Leiden in die Matrikel ein und traf auf Gelehrte, die sich der Erforschung des Chinesischen widmeten, wie z.B. Jacob Golius (1595-1667) und einen gewissen J. Morin aus Amsterdam, von dem er schon damals Chinesisches erhalten haben soll. Müller galt schon bald als Gelehrter, der sich vor allem in verschiedenen orientalischen Sprachen auszeichnete. 1664 wurde er wegen u.a. aufgrund dieser Kenntnisse vom Großen Kurfürsten als neuer Probst von Bernau berufen, was ihm die Möglichkeit bot, sich mit den orientalischen Handschriften der Kurfürstlichen Bibliothek zu befassen. In einer Dankeswidmung von 1665 (Excerpta manuscripti cujusdam Turcici …) schrieb Müller denn auch, der Große Kurfürst habe ihm von Anfang an die Benutzung der Bibliothek gestattet. Unter den Kostbarkeiten der Bibliothek hob Müller die Orientalia mit ihren „Tschinensia“ hervor – die wohl früheste bekannte Erwähnung von Sinica in der Bibliothek des Kurfürsten überhaupt. Wenig später folgte sein Wechsel nach Berlin, und von nun an galt sein besonderes Interesse dem Chinesischen. Er führte einen regen Briefwechsel  mit den bekannten Gelehrten seiner Zeit, so z.B. mit Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) und Athanasius Kircher (1602-1680), seit 1670 publizierte er zu chinesischen Themen.

Bereits zwei Jahre zuvor soll ihm die Idee gekommen sein, einen chinesischen Schlüssel (Clavis Sinica) zu verfassen, “vermittelst welchem die Sinesische, bey anderen verzweifelte Schrift ohne Mühe zu lesen, und in wasserley Sprache zu translatiren” sei. Wie er selbst schrieb, fiel ihm am 18. November 1668 ”… ein Handgrif ein / wie die Sinesische Schrift möchte leichte gemacht werden.” Weiter heißt es: “Folgends edirte er mit vorwissen und gnädigster Genehm=haltung  S. Churfl. Durchl. zu Brandenburg / seines gnädigsten Herren / Anno 1674 am 24 Febr. Propositionem Clavis Sinicae, das ist / einen  Schriftlichen Vortrag von einem (Sinesische) Schlüssel.“ (Andreae Mulleri Greiffenhagii Unschuld/ gegen die hefftige Beschuldigungen, 1683) Und schließlich: “Churfl. Durchl. decretirten am 30. Aprilis desselben Jahres / daß M. diß inventum ein Inventum Brandenburgicum heissen möchte.” Müllers Schlüssel sollte nie erscheinen, sei es aus Mangel an finanziellen Mitteln, sei es wegen schließlich fehlender Druckgenehmigung. Eva Kraft geht davon aus, dass Müller mit dem Schlüssel ein “Lexikon chinesischer Schriftzeichen ohne Ausspracheangaben in Transkription, aber mit Beigabe der Bedeutungen in einer europäischen, tatsächlich der lateinischen Sprache“ geplant habe unter Anordnung des Ganzen in einer “leicht faßbaren Weise …, so daß jeder nach der Benutzungsanleitung und dem Musterbeispiel in der Lage wäre, die gesuchten Schriftzeichen auch zu finden.” (Eva Kraft, Frühe chinesische Studien, 1976) Möglicherweise hat Müllers Idee für eine Clavis Sinica dann auch in ihm den Plan für eine Typographia Sinica reifen lassen.

Es handelt sich dabei um einen äußerlich schlicht anzuschauenden Ladenschrank, in dessen Innerem sich – hinter zwei sparsam profilierten Türen – zehn technisch sehr geschickt konstruierte Auszüge mit Platz für 3287 Drucktypen der Größe 2,5 cm3 verbergen. In Brettbauweise ausgeführt ist er in seiner Konstruktion den oben erwähnten Lewen’schen Schränken sehr ähnlich. Das fast schmuck- und völlig furnierlose, schöne Funktionsmöbel ist aus massivem Eichenholz gefertigt. Der truhenförmige Kabinettschrank mit fein punzierten Eisenbeschlägen steht auf einem Untergestell mit balusterförmigen Füßen, wie sie in der ersten Hälfte des 17. Jh. sehr in Mode waren und sich bis heute in den verschiedenen Sammlungen der Berliner Museen finden lassen. Eine Altersbestimmung des die Drucktypen beherbergenden Möbels war aufgrund der Größe desselben, wesentlich für das Vermessen der Jahresringe, und der verarbeiteten Holzart, deren Chronologie bekannt ist, möglich. Der Berliner Dendrochronologe Dr. Uwe Heußner vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI) hat 2018 bei einer Untersuchung der Bodenplatte der Typographia Sinica beruhend auf der Regionalchronologie für die Eiche aus dem Stadtgebiet Berlins ein Fälldatum des Holzes um 1674 ermittelt. Aus restauratorischer Sicht ist nicht auszuschließen, dass das Schränkchen in den vergangenen mehr als 300 Jahren mehrfach überarbeitet wurde und vermutlich auch ursprüngliche Farbfassungen oder Überzüge entfernt worden sind. Verändert wurden irgendwann auch das originale Schloss und der obere Riegel.

Die Drucktypen wurden aus weichem, feinstem maserfreien Birnbaumholz geschnitten. Anatomische Untersuchungen derselben weisen auf die mikroskopisch nicht unterscheidbaren botanischen Gattungen Sorbus (Vogelbeere), Malus (Apfel), Mespilus (Mispel) und Pyrus (Birne) aus der Familie der Rosengewächse hin, während makroskopisch und nach traditioneller Verwendung jedoch auf Birnbaumholz (Pyrus sp.) geschlossen werden kann, wurde es doch traditionell wegen seiner günstigen hygroskopischen und strukturellen Eigenschaften vielfach auch für Holzschnitte und Modeln zur Ausübung verschiedenster Drucktechniken verwendet. Auf einer Seite der Drucktypen sind chinesische Schriftzeichen eingeschnitten, eine Arbeit möglicherweise verrichtet in der Werkstatt des von Andreas Müller bevorzugten Berliner Kupferstechers Gottfried Bartsch (gest. 1690), der von 1674 bis 1684 als Hofkupferstecher in Berlin tätig war, auf deren anderer Seite wurden – sehr wahrscheinlich von Andreas Müller selbst – mit Tinte Zahlen oder besser Nummern aufgetragen. Die Drucktypen haben einen erhabenen Rand, was sie für den Reihensatz unbrauchbar macht und nur den Druck einzeln stehender Zeichen, wie z.B. in einem Wörterbuch erlaubt. Die Drucktypen liegen in keiner erkennbaren Ordnung in den Schubfächern. Ein Versuch aus dem Jahr 1953, eine solche Ordnung – nach Radikal und Anzahl der zusätzlichen Striche – herzustellen wurde wegen des fehlenden praktischen Nutzens abgebrochen: Da die Drucktypen mit der Schriftzeichenseite nach oben liegen, sind die auf den Seitenflächen angebrachten Ordnungsvermerke nicht sichtbar, ein gesuchtes Zeichen kann somit nicht auf Anhieb aus der Menge herausgefunden werden. (Johann Dill, Die Typographia Sinica in der Asien-Afrika-Abteilung der Deutschen Staatsbibliothek, 1985). Daneben finden sich in der untersten Lade kleinere chinesische Drucktypen aus der Hand Müllers (sie entstammen einem Brief Müllers an Athanasius Kircher vom 27. Januar 1675 und geben ein Zitat aus dem konfuzianischen Klassiker Zhongyong 中庸, „Maß und Mitte“ wieder) und seines Kollegen Mentzel (er ließ sie für die Verwendung in seiner Sylloge Minutiarum lexici Latino-Sinico-Characteristici, Nürnberg 1685 anfertigen) sowie syrische aus der Hand des ersten (Zitate von der Nestorianischen Stele von 781 aus Xi’an, die sich u.a. in Athanasius Kirchers China monumentis …, Amsterdam 1667, abgebildet findet und Müller als Vorbild gedient haben dürfte).

Nach den frühesten Bemühungen zum Druck chinesischer Zeichen in Europa, der erstmals in Missionsberichten und geografischen Werken in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (Carta del padre Balthasar Gago de Iapõ … von 1555 und Theatrum orbis terrarum des Abraham Ortelius von 1570 sowie Historia de las cosas mas notables … dela China des Juan Gonzalez de Mendoça von 1585) nachweisbar ist, stellt die Typographia Sinica wohl den ersten Versuch dar, in Europa einen Grundstock chinesischer Schriftzeichen herzustellen. Andreas Müller überließ sie der Kurfürstlichen Bibliothek bei seiner Verabschiedung aus dem Amt im Jahr 1685.

Während andere historisch belegte Sammlungsschränke aus dem kurfürstlichen Schloss den wechselnden Umständen im Laufe der Jahrhunderte zum Opfer gefallen sind, ist uns – vielleicht wegen der Schlichtheit ihrer äußeren Erscheinung – die Typographia Sinica als Zeitzeugnis und Gegenstand auch künftiger sinologischer Forschung erhalten geblieben. Sie ist nun sozusagen an den „Ort ihrer Kindheit“ zurückgekehrt und wird von heute an für zunächst fünf Jahre als Teil der 1.500 qm umfassenden Dauerausstellung  zum Thema „Spuren des Ortes“ im Humboldt Forum zu sehen sein.