CrossAsia Newsletter Nr. 26 – DFG-Förderung, Jubiläumsjahr, und mehr

Liebe CrossAsia Nutzer:innen,

seit unserem letzten Newsletter ist einige Zeit vergangen. Wir hoffen, dass Sie die letzten Monate gesund überstanden haben.

Gestern erlebten wir hier bei CrossAsia und Sie als Nutzer:innen die längsten „Minuten“ der CrossAsia Existenz: Trotz der optimistischen Error-Meldung auf unserer Webseite wurden aus wenigen Minuten viele Stunden, in denen unser Portal aus technischen Gründen nicht erreichbar war. Wir bitten dies zu entschuldigen und arbeiten daran, dass dies nicht wieder vorkommt.

Zunächst freuen wir uns Ihnen – wenn auch leicht verspätet –  die Verlängerung des FID Asien-Projekts mitteilen zu können. Dank der Förderung der DFG wird der FID Asien bis einschließlich 2024 weiter gefördert werden! Auch wenn wir die Gutachter:innen unseres Antrags nicht in allen Punkten überzeugen konnten, bedeutet die Bewilligung, dass wir die Sammlungen weiter ausbauen können und unsere Dienste und Angebote für Sie weiterhin in gewohntem Umfang zur Verfügung stehen. Bei unserer Arbeit ist uns der Kontakt zu Ihnen und Ihr Feedback wie jeher eine wesentliche Hilfe.

Das CrossAsia Open Access Repository ist als neue Publikationsplattform für Erst- und Zweitveröffentlichungen im Open Access-Format ab sofort verfügbar. Wir freuen uns über alle thematisch passenden Uploads aus den Asienwissenschaften, um die Wirkung und Verfügbarkeit Ihrer Forschung weiter zu fördern. Auch nicht bei CrossAsia registrierte Nutzer:innen können hier selbständig Ihre Publikationen hochladen und publizieren. Für alle weiteren Fragen zum Repository können Sie uns gerne jederzeit unter x-asia@sbb.spk-berlin.de kontaktieren.

Die neuen Termine für unser Schulungsprogramm im CrossAsia Classroom für das Sommersemester 2022 sind da. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme! Erinnerungen zu anstehenden Terminen erhalten Sie auch immer am Vortag über unseren Twitter-Account.

Die Auswertung der Umfrage bei Teilnehmer:innen an unseren bisherigen Web-Seminaren hat uns darüber hinaus gezeigt, dass dieses Angebot sehr positiv angenommen wird. Im dazugehörigen Blog-Post finden Sie die detaillierte Umfrageauswertung.

Unsere Vorbereitungen für die Feiern von gleich drei Jubiläen der Ostasienabteilung, die wir in diesem Jahr begehen, laufen auf Hochtouren. Unter dem Titel „CrossAsia Talks“ starten wir im Juni mit einer Vortragsreihe, die voraussichtlich bis Ende 2023 fortgesetzt wird. Dabei werden Forschende aus den Asienwissenschaften über Objekte unserer Sammlungen referieren.

Den Auftakt für diese Reihe bildet ein Vortrag von Prof. Dr. Sven Osterkamp von der Ruhr-Universität Bochum am 02. Juni 2022 unter dem Titel: „Sinica in der churfürstlichen Bibliothek zu Zeiten von Andreas Müller und Christian Mentzel“. Nähere Angaben zu Ort, Zeit und Inhalt finden Sie hier. Alle kommenden Vorträge werden auf unserem Blog und Twitter-Account zeitnah angekündigt.

Im Folgenden finden Sie zusammengefasst zum Nachlesen die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Monate des aktuellen Newsletters im Überblick:

 

CrossAsia Classroom – Schulungen

Im neu gestalteten CrossAsia Classroom finden Sie das aktuelle Schulungsprogramm, das kontinuierlich ergänzt wird, sowie ein stetig wachsendes Portfolio an Informationsmaterialien.

 

Neu lizenzierte Datenbanken und aktuelle Testzugänge

 

CrossAsia E-Publishing

Unser Open-Access-Repositorium ist die neue zentrale Publikationsplattform des Fachportals CrossAsia.

 

Digitalisierte Sammlungen

Beide Sammlungen haben ein Update mit modernisierten Viewern über iiif erhalten und sind dadurch jetzt besser erschließbar.

 

Themenportale

Diese zwei neuen Themenportale laden Sie dazu ein, sich zu den Ursprüngen unserer Sammlung japanischer Schriften und der ersten preußischen Gesandtschaft nach Japan zu informieren.

 

Vorträge

Im Nachgang zu der sehr gut besuchten Podiumsdiskussion besuchte uns Herr Terbishdagva (u.a. Berater des Premierministers der Mongolei) in unserer Abteilung und hat einige unserer wertvollen mongolischen Schriften in Augenschein genommen. Siehe mehr dazu hier und hier.

 

Interessantes und neue Entwicklungen bei CrossAsia

 

Ältere Newsletter finden Sie übrigens im Newsletter Archive – CrossAsia.

 

Bleiben Sie gesund!

Ihr CrossAsia Team

Unsere Vortragsreihe “CrossAsia Talks”

(See English version below)

Die Vorbereitungen für die Feiern zu unserem Jubiläumsjahr 2022 laufen auf Hochtouren. Unter dem Titel „CrossAsia Talks“ starten wir im Juni mit einer Vortragsreihe, die voraussichtlich bis Ende 2023 fortgesetzt werden wird. Forscher:innen sowie Kolleg:innen aus den Asienwissenschaften referieren zu Objekten unserer Sammlung in weitestem Sinne. Es werden sowohl die Umstände für Entstehen und Wachsen, wie auch das Forschen mit unserer Asiensammlung beleuchtet, als auch zukunftsweisende Projekte, Techniken und Ideen vorgestellt, wie mit unserer Sammlung digital gearbeitet wird bzw. werden könnte.

Den Auftakt zu dieser Reihe bildet der Vortrag von Prof. Dr. Sven Osterkamp von der Ruhr-Universität Bochum am 02. Juni 2022 unter dem Titel

„Sinica in der churfürstlichen Bibliothek zu Zeiten von Andreas Müller und Christian Mentzel – und ihr späterer Verbleib“.

Im Vortrag werden zuerst altbekannte, wie auch neuere Quellen zur Zusammensetzung der Berliner Sinica-Sammlung zu Zeiten von Andreas Müller und Christian Mentzel gegen Ende des 17. Jahrhunderts vorgestellt, um darauf zumindest exemplarisch ihren oft noch unklaren späteren Verbleib zu beleuchten. Im Fokus stehen dabei mehrere Fälle, für deren Schicksal offenbar Julius Klaproth im frühen 19. Jh. eine wesentliche Rolle zukommt.

Wir bitten um Voranmeldung unter: ostasienabt@sbb.spk-berlin.de und eine kurze Mitteilung falls Sie einen barrierefreien Zugang benötigen.

Alle kommenden Vorträge werden wir auf unserem Blog und Twitter-Account zeitnah ankündigen.

 

 

“CrossAsia Talks“ Lecture Series

Preparations for the celebrations on the occasion of our Triple Jubilee Year 2022 are in full swing. In June, they will commence with a series of lectures entitled “CrossAsia Talks” which is expected to continue until late 2023. Researchers and colleagues from Asian Studies will present talks on a wide range of subjects and objects from our collections. They will shed a light on the contexts of their origin and development, as well as consider the ways of conducting research with, and on, our Asia Collections. Furthermore, they will also discuss visionary ideas and present techniques about how to digitally utilise our collections in the future.

The lectures will start on 2 June 2022, with a talk by Prof. Dr. Sven Osterkamp of Ruhr-Universität Bochum, titled „Sinica in the Electorial library during the times of Andreas Müller and Christian Mentzel – and their subsequent fate“ (in German).

This opening lecture will firstly present both well-known, as well as new, sources on the composition of the Berlin Sinica collection of Andreas Müller and Christian Mentzel at the end of the 17th century, and then continue by shedding an exemplary light on their oftentimes still unclear fate. Attention will then focus on a few cases in which Julius Klaproth in the early 19th century played an essential role.

Please contact us in advance at: ostasienabt@sbb.spk-berlin.de and let us know if you need barrier-free access.

All forthcoming events will be announced in a timely manner in our blog and on Twitter.

Taylor & Francis EBS

Die Staatsbibliothek zu Berlin kann ab sofort allen CrossAsia Nutzer:innen Zugang zu Monographien von Taylor & Francis anbieten. Sie gelangen zu den Titeln über die CrossAsia Suche.

Taylor & Francis hat einer Ausweitung des Zugriffs der Staatsbibliothek zu Berlin auf die Nutzer:innen von CossAsia zugestimmt. Die Staatsbibliothek bietet diesen Zugang im Rahmen der Evidence Based Acquisition (EBS), einer nutzergesteuerten Erwerbung von Publikationen, die nun auch mit Taylor & Francis vereinbart wurde, an. Der Zugriff ist bis zum 31.07.2022 möglich.

Ob der FID Asien später Monographien dauerhaft lizenziert wird geklärt werden. Sie können uns auf jeden Fall gern Ihre Wünsche für eine dauerhafte Lizenzierung per Email an x-asia@sbb.spk-berlin.de vorschlagen.

Trial „Shintei zōho kokushi taikei“

Im Mai: Testzugang für “Shintei zōho kokushi taikei”

Vom 1.-31. Mai 2022 steht für registrierte Nutzer:innen von CrossAsia innerhalb der Datenbank JapanKnowledge ein Testzugriff für “Shintei zōho kokushi taikei” (新訂増補 国史大系) zur Verfügung. Diese von Kuroita Katsumi edierte bedeutende Sammlung von Geschichtsquellen erschien ursprünglich in 66 Bänden bei dem Verlag Yoshikawa Kōbunkan. Sie umfasst Texte von Gesetzen, Urkunden, Vorschriften, Beamtenverzeichnissen und Genealogien.

Ausführlichere Informationen zu den Inhalten finden Sie auf der Seite des Datenbankanbieters:
Auf Englisch
Auf Japanisch

Um den Testzugang zu nutzen, loggen Sie sich bitte wie üblich ein und rufen Sie über die Datenbankseite die Datenbank JapanKnowledge auf. Dort ist  “Shintei zōho kokushi taikei” sowohl in die einfache Suche (基本検索) mit eingebunden als auch in der ausführlichen Suche (詳細(個別)検索) einzeln aufrufbar. In der „Bücherregal“-Funktion (本棚) wird das Werk ebenfalls angeboten.

Wenn Sie eine dauerhafte Lizenzierung wünschen, schreiben Sie uns bitte eine Email an x-asia@sbb.spk-berlin.de, vielen Dank!

Schulungsprogramm für das Sommersemester veröffentlicht bis Ende Juli

Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass auf unserer Schulungswebseite – dem CrossAsia Classroom – die Schulungstermine bis Ende Juli freigeschaltet wurden. Auch in diesem Semester bieten wir 17 offene Web-Seminare zu verschiedenen Themen an. Neben Einführungsveranstaltungen zu den unterschiedlichen Regionen (China, Japan, Südost- und Zentralasien), haben Sie die Möglichkeit, sich über spezifische Materialarten oder Recherchetools zu informieren.

Eine Anmeldung ist nicht nötig, Sie können jederzeit spontan teilnehmen. Mit diesem Angebot wollen wir die Institute in der digitalen Lehre unterstützen.

Wir möchten Sie auch noch auf das allgemeine Schulungsprogramm der Staatsbibliothek zu Berlin aufmerksam machen. In diesem Rahmen gibt es eine Schreibwerkstatt, Veranstaltungen zur Recherche in den Katalogen der Staatsbibliothek und gesonderte Angebote für Promovierende.

Job Opening – Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in gesucht

Dear users, Dear colleagues,

The East Asia Department of the Staatsbibliothek zu Berlin seeks an academic research librarian for the Chinese collection and CrossAsia. For details and further information please visit:

https://www.preussischer-kulturbesitz.de/stellenanzeige/artikel/2022/04/20/research-assistant-research-librarian.html

Please share this information with anyone who might be interested in this offer. Many thanks!

Your CrossAsia Team

 

Liebe Nutzerinnen und Nutzer, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Ostasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin sucht eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in im Bereich China und für CrossAsia. Ausführliche Informationen zum Stellenangebot finden Sie hier: https://www.preussischer-kulturbesitz.de/stellenanzeige/artikel/2022/04/20/wissenschaftliche-r-mitarbeiter-in-1.html

Bitte leiten Sie diese Information gern an potentiell Interessierte weiter. Vielen Dank!

Ihr CrossAsia-Team

 

 

 

 

 

500 thailändische Bücher neu im Katalog – Dank gilt der thailändischen Botschaft

Ende 1977 unternahm Herr Dr. Hartmut-Ortwin Feistel, der damalige Leiter der Orientabteilung, zu der der Bereich Südostasien bis 2019 gehörte, eine Reise in mehrere südostasiatische Länder, um Kontakte zu Lieferanten zu knüpfen. In Bangkok lernte er Mitarbeiter:innen des Verlags Duang Kamol kennen und beauftragte sie mit der Lieferung von Büchern. Obwohl das nicht die ersten thailändischen Bücher in der Staatsbibliothek waren, kann man sagen, dass damit der Grundstein für die moderne Sammlung thailändischer Literatur an der Staatsbibliothek zu Berlin gelegt wurde. 1978 trafen die ersten 685 Bände, überwiegend in Thailändisch, ein. In den darauffolgenden Jahren kamen zahlreiche weitere Lieferungen.

 

provisorische Titelaufnahme

Akzessionsordner

Zu der Zeit gab es in der Staatsbibliothek keine Mitarbeiter:innen, die der thailändischen Sprache mächtig waren. Um die Bücher dennoch den Leser:innen zugänglich zu machen, wurde ein thailändischer Student mit der Erfassung der bibliographischen Daten beauftragt. Das geschah, wie damals üblich, ausschließlich in Transkription. Die Erfassungsbögen wurden in 2 Ordnern abgeheftet.

Die Bücher fanden mit Signatur im Magazin ihren Platz. Theoretisch nutzbar, aber praktisch nicht auffindbar gerieten sie in Vergessenheit.

 

Thailändische Bücher im TiefmagazinAls die Ordner eines Tages wieder zum Vorschein kamen, entstand im Gespräch mit der thailändischen Botschaft die Idee zu einem Katalogisierungsprojekt. Die thailändische Botschaft stellte eine Geldspende für einen Werkvertrag zur Katalogisierung von 500 dieser thailändischen Bücher aus den Anfangsjahren zu Verfügung. Die Bücher sind alle in den 1960er und 1970er Jahren und Anfang der 1980er Jahr erschienen und konnten nun, wie es seit 2015 Standard ist, in Originalschrift und Transkription katalogisiert werden. Sie sind über den Online-Katalog der Staatsbibliothek und die CrossAsia-Suche recherchierbar. Thematisch können die Bücher hauptsächlich den Sachgebieten Geschichte, Politik, Monarchie, Verwaltung, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsentwicklung, Buddhismus, Kunst, Literatur und Sprachwissenschaft zugeordnet werden. Unter anderem sind mehrere Titel über Teilaspekte der Kulturgeschichte des alten Siam von Chali Iamkrasin darunter. Unter den zahlreichen Romanen und Kurzgeschichten befinden sich Werke von Autoren wie Rong Wongsawan, Chalœ̄msak Rongkhaphalin, Khamphun Bunthawi, Nimit Phūmithāwō̜n, Phrǣ Sōphin, Wasan Akkaradet und Ratsamīdārā.

Hier können Sie in den Titeln stöbern.

Unser besonderer Dank gilt der Königlich Thailändischen Botschaft in Berlin für die Geldspende und Frau Panchapa Wattanasiri, die die Katalogisierung der Bücher übernommen hat.

Testzugang Maruzen eBook Library

Testzugang zur Maruzen eBook Library bis Ende Juni 2022

Ab 1. April 2022 besteht für drei Monate für registrierte CrossAsia Nutzer:innen ein Testzugang zur Maruzen eBook Library. Diese Plattform bietet Zugriff auf japanische eBooks und Zeitschriftenhefte aus allen Fachgebieten. Gemäß den Angaben des Aggregators Maruzen umfasst die Plattform über 150.000 Titel von über 300 Verlagen aus allen Fachgebieten. Im Rahmen des Tests sind ca. 54.000 Titel aus relevanten Bereichen wie Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Wirtschaft zugänglich. Die komplette Sammlung kann im Volltext durchsucht werden. Im Fall von Titeln, die im Testzugriff frei geschaltet sind, kann durch klicken auf den Button「試読」(“Test-Lesen”) pro Session für fünf Minuten im Volltext eines Werkes gelesen werden ohne an bestimmte Seiten gebunden zu sein. Ein Ausdruck oder Download sind während des Testzugangs nicht möglich.

Wir würden uns freuen, wenn Sie das Angebot trotz der Beschränkungen ausführlich testen könnten.

Da sich der Anbieter als Aggregator schwertut, die von der DFG im Rahmen der Förderung für die Fachinformationsdienste (FID) geforderten Lizenzbedingungen zu erfüllen (insbesondere Archiv- und Textmining-Rechte, die zumeist bei den einzelnen Verlagen liegen), würden uns zahlreiche Rückmeldungen von Ihrer Seite zu den u. g. Punkten sehr bei der Einschätzung helfen, wie der Bedarf von Ihrer Seite für solche Angebote ist und ob wir hier tätig werden sollen.

Neben dem Vorteil der Volltextsuche über den gesamten Bestand, interessiert uns vor allem, ob Sie

  1. das Angebot inhaltlich für sinnvoll erachten, d.h. sich Titel aus Ihrem Fachgebiet, die Sie auch als eBook nutzen würden überhaupt darin befinden?
  2. ggf. ein Einzelzugriffsrecht auf Titel ausreicht, d.h. wenn ein Band in Benutzung ist, niemand anderes auf ihn zugreifen kann?
  3. wie Sie die beschränkte Ausdruck-/Downloadfunktion (Seitenzahlbegrenzung, d.h. mehrere Druck-/Downloadvorgänge für einen Titel nötig) für Ihre Arbeit bewerten?
  4. im vergangenen Wintersemester auch den Testzugriff zur Kinoden Plattform von Kinokuniya getestet haben. Dann wäre für uns eine vergleichende Einschätzung beider Angebote ebenfalls sehr nützlich.

Für den Zugang loggen Sie sich bitte wie üblich bei CrossAsia ein und folgen dann diesem Link.

Wir freuen uns über ein reges Testen der Plattform und Ihr Feedback dazu – gerne per Email an x-asia@sbb.spk-berlin.de oder im CrossAsia Forum.

Ausschnitt, Einband des „Fremdenführer durch das Kriegsgefangenenlager Bando, Japan“ (Signatur B-04)

Bandō-Sammlung des DIJ nun in Berlin

Ende 2021 kam die so genannte Bandō-Sammlung des Deutschen Instituts für Japanstudien (DIJ, Tokyo) als Depositum in die Betreuung durch die Ostasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin-PK (SBB-PK). Während des ersten Weltkriegs gerieten nach der Kapitulation von Tsingtau (i.e. Qingdao) im November 1914 rund 4700 Deutsche und Österreich-Ungarn in japanische Kriegsgefangenschaft. Sie wurden zunächst in zwölf eher provisorisch eingerichteten Gefangenenlagern untergebracht, die über ganz Japan verteilt waren und teils aus ehemaligen Tempeln, Teehäusern und öffentlichen Gebäuden bestanden. Der Krieg zog sich jedoch länger hin als zunächst erwartet. Überdies wurde die zum Teil unzureichende Unterbringung bei Inspektionen, welche die Schutzmächte Deutschlands veranlassten, kritisiert. Letztlich kam es zur Errichtung neuer Barackenlager, in welche die Gefangenen größtenteils verlegt wurden. Mit ca. 1000 Personen war das Lager Bandō (Präfektur Tokushima) eines der größten Sammellager. Unter der Leitung des sehr human eingestellten Lagerkommandanten MATSUE Toyohisa konnte sich die Eigeninitiative der Kriegsgefangenen voll entfalten. Von Vorteil war hierbei, dass die wenigsten von ihnen Berufssoldaten waren, sondern sich als Reservisten oder Freiwillige für den Dienst gemeldet hatten und somit über die unterschiedlichsten Fachkenntnisse verfügten.

Werbung der Geba auf der Rückseite des „Führer durch die Ausstellung für Bildkunst und Handfertigkeit, Kriegsgefangenenlager Bando, 1918“ (Signatur B 01)

Werbung der Geba auf der Rückseite des „Führer durch die Ausstellung für Bildkunst und Handfertigkeit, Kriegsgefangenenlager Bando, 1918“ (Signatur B 01)

Mit Sport, Gemüseanbau und allerlei Gewerben – von der Lagerbäckerei Geba über Warmbadeanstalten bis hin zum Fotoatelier – wurde versucht, die langen Stunden der Gefangenschaft sinnvoll zu füllen. Darüber hinaus engagierten sich zahlreiche der Insassen bei kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten, Theaterstücken, Unterrichts- und Vortragsreihen. Eine Druckerei entstand ebenfalls, wodurch die Aktivitäten der Gefangenen in den erhaltenen Lagerdrucken sehr gut dokumentiert sind. Die Bandō-Sammlung war ehemals 1998 vom DIJ erworben und 2004/2005 durch zwei Schenkungen ergänzt worden. Sie umfasst neben den beiden Zeitungen, dem „Täglichen Telegrammdienst Bando“ und „Die Baracke“, monographische Werke, Vortragstexte, Landkarten, Theater- und Konzertprogramme, Fotoaufnahmen sowie einige Stücke der Kriegsgefangenenpost. Des Weiteren werden zusätzlich Fotos, drei Fotoalben, weitere Gefangenenpost und eine Reihe Druckerzeugnisse unter der Bezeichnung „Bandō-Sammlung“ subsummiert, die eigentlich in anderen Kriegsgefangenenlagern wie beispielsweise Marugame und Kurume entstanden sind.

Als ein Beitrag des DIJ zur Initiative „Deutschland in Japan 2005/2006“ wurde so gut wie die komplette Bandō-Sammlung digitalisiert und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf der auf Deutsch und Japanisch angelegten Webseite findet sich neben einem Katalog, der zahlreiche Titel bis auf Inhaltsebene erschließt, eine virtuelle Ausstellung, in welcher das Lagerleben unter anderem unter den Aspekten Verpflegung, Theater, Austausch zwischen Deutschen und Japanern sowie durch einen virtuellen Lagerrundgang beleuchtet wird. Perspektivisch sollen diese Inhalte auf Webseiten der SBB-PK umziehen und ein Portal zu Materialien, die mit den japanischen Kriegsgefangenenlagern von 1914-1920 in Verbindung stehen, geschaffen werden. Eine professionelle Neudigitalisierung der Sammlung befindet sich ebenfalls in Vorbereitung

Ursprünglich verfügte die SBB-PK über eine sehr umfängliche Sammlung an Lagerdrucken aus Bandō, welche jedoch im Zweiten Weltkrieg teilweise verloren ging. Trotz einiger Dopplungen bildet das Depositum des DIJ insofern eine höchst erfreuliche Erweiterung zu den Titeln, die sich noch im Bestand der SBB-PK befinden. Einige dieser Werke wurden vor einigen Jahren für die Europeana Collections 1914-1918, die dem Ersten Weltkrieg gewidmet ist, bereits digitalisiert wie beispielsweise der „Fremdenführer durch das Kriegsgefangenenlager Bando, Japan“, der im August 1918 angefertigt wurde, als rund 90 Gefangene aus dem Lager Kurume nach Bandō verlegt wurden. Aus jenem Lager Kurume stammt auch ein Konvolut von 39 Veranstaltungsprogrammen, welches 2013 von der SBB-PK erworben werden konnte und ebenfalls bereits in digitaler Form zugänglich ist.

„Hauptstraße“ im Lager Bandō (Signatur H 57-01)

„Hauptstraße“ im Lager Bandō (Signatur H 57-01)

Stipendienprogramm für geflüchtete Forscher:innen aus der Ukraine

(See Englisch version below)

Auch wir bei CrossAsia #standwithukraine

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat ihr Stipendienprogramm um 20 zusätzliche Plätze für geflüchtete ukrainische (russische/belarussische) Wissenschaftler*innen und Bibliothekar*innen erweitert. Das beantragte Projekt soll in einem sinnvollen Zusammenhang zu der Sammlung, den Beständen oder Forschungsschwerpunkten der jeweiligen Einrichtung der SPK stehen.

Somit sind die Stipendien auch offen für Bewerber:innen, die sich mit den Beständen unserer Ostasienabteilung oder digitalen Bibliotheksanwendungen beschäftigen wollen. Eine Auswahl unserer großen Sammlung findet sich z.B. unter den Themenportalen und den digitalisierten Sammlungen auf unserer CrossAsia-Homepage.

Allgemeine Informationen und den Antragsvordruck für eine Bewerbung bei der Staatsbibliothek zu Berlin PK finden Sie auf den Stipendienseiten unserer Homepage, die komplett auch auf Englisch zur Verfügung stehen.

 


Also we at CrossAsia #standwithukraine

The Prussian Cultural Heritage Foundation (SPK) has extended its scholarship programme by 20 additional places for refugee Ukrainian (Russian/Belarusian) scholars and librarians. The project applied for should have a meaningful connection to the collection, holdings or research focus of the respective SPK institution.

Thus, the scholarships are also open to applicants who are interested to work with the collection of our East Asia Department or digital library applications. A selection of our large collection can be found under the thematic portals and the digitized collections on our CrossAsia homepage.

Further information on the scholarship program can be found on the research grant website of the Staatsbibliothek zu Berlin, which is also available in English.