In 2022, the East Asia Department of the Staatsbibliothek zu Berlin celebrates three important anniversaries: Christian Mentzel’s 400th birthday (first curator of our Sinica collection), the 100th anniversary of its founding, and 70 years of funding by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). To mark this occasion, we have launched a hybrid lecture series in June 2022: CrossAsia Talks. The lectures focus on objects from our collections in the broadest sense. Researchers and colleagues from Germany, Europe, Asia and the USA will talk about the earliest results of research on the first Chinese holdings in the Electoral Library, Southeast and Central Asian manuscripts, medical history texts and research results from cooperation projects between the East Asia Department and academia. They present innovative projects, techniques and ideas on how to work with our digitised collection and what future challenges look like.


We warmly welcome you to join the lectures online or offline in our library and look forward to seeing you there.

Please find the recordings of past lectures as YouTube videos in our ARCHIVE.

 

Upcoming Lectures

Prof. Dr. em. Steffi Richter (Universität Leipzig):

Vom handgekurbelten Ormig zum digitalen Scanner: Ein Rückblick auf Studieren, Forschen und Lehren in zwei Wissens- und Kommunikationssystemen

Thursday, January 12, 2023, starting 6:00pm (UCT+1)

Theodor Fontane-Saal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin

In diesem Vortrag soll – anders als der Titel vielleicht suggeriert – nicht einfach nur technischer Fortschritt im wissenschaftlichen Arbeiten thematisiert werden. Vielmehr geht es um die paradoxe Kluft: zwischen wachsenden Informations- und Wissenspotentialen zum Einen und diese paralysierenden Zeitregimen zum Anderen; zwischen Textfluten bewirkenden Publikationsmöglichkeiten (und -zwängen) und immer mehr von „Kondensliteratur“ (Klaus Wagenbach) gefüllten Seminarbibliotheken; zwischen Beteiligungsversprechen und Entscheidungsmöglichkeiten, usw.

Und um den Versuch, diese Kluft in einem kleinen Lehrprojekt zu überwinden: die Geschichte vom „Inamura no hi“. (More)

Beate Wonde (ehemals Kuratorin der Mori-Ōgai-Gedenkstätte):

Der größte Teil geht verloren? Das Wirken des Japanologen und Übersetzers Prof. Dr. sc. Jürgen Berndt

Thursday, February 9, 2023, starting 6:00pm (UCT+1)

Theodor Fontane-Saal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin

2023 wäre Jürgen Berndt 90 Jahre alt geworden. 30 Jahre nach seinem viel zu frühen Tod werden seine zahlreichen literarischen Übertragungen weiterhin rezipiert, sind Anregung und Maßstab für heutige Übersetzer:innen und werden von der wissenschaftlichen Fachwelt gleichermaßen geschätzt. Sein Wirken als Japanologe, Autor, Referent, als Impulsgeber und Motor in den Beziehungen zwischen der DDR und Japan ist 50 Jahre nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der DDR und Japan nahezu vergessen. Nach einer Odyssee von Berlin nach Erfurt und 20 Jahre später wieder zurück nach Berlin gehört der Nachlass von Berndt zu den Beständen, die eher zufällig in die Staatsbibliothek zu Berlin kamen. (More)

Archive

Illustrated Architecture (Birgit Tsuchiya und Bernhard Strackenbrock):

Die 3D Digitalisierung der Typographia Sinica unter Einsatz der Fotogrammmetrie

Thursday, December 01, 2022, starting 6:00pm (UCT+1)

Simon Bolivar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Andreas Müller (1630-1694) schenkte die Typographia Sinica der Kurfürstlichen Bibliothek bei seiner Verabschiedung aus dem Amt im Jahr 1685. Es handelt sich dabei um ein aus massivem Eichenholz gefertigtes Schränkchen, das in zehn Schubladen mehr als 3.000 Drucktypen, auf deren einer Seite  chinesische Schriftzeichen eingeschnitten und auf deren anderer Seite mit Tinte Zahlen aufgetragen sind, enthält.

Die Typographia Sinica wird derzeit und für mindestens fünf Jahre im Humboldt Forum in Berlin im Rahmen des Ausstellungsbereichs Spuren des Ortes gezeigt. Im Sommer des Jahres 2019 ist sie durch die Firma Illustrated Architecture  3D digitalisiert worden. Im Vortrag wird das dabei angewandte Verfahren der  Fotogrammmetrie thematisiert werden. (More)

Dr. Diana Lange (Humboldt-Universität, Berlin):

Putting Tibet on the Map: A Journey Through Different Mapping Practices

Thursday, November 17, 2022, starting 6:00pm (UCT+1)

Simon Bolivar-Saal, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

By taking a look at Tibet, it becomes particularly clear how much mapping processes can vary from culture to culture and just how different mapmakers’ interests can be. Depictions of Tibet vary, depending on what perspective was employed. The contrast between indigenous, Chinese and European points of view is striking here. In very simplified terms it can be stated that maps of Tibet made by Europeans look very abstract, maps made by the Chinese way look more pictorial but also include abstract elements and maps made by the Tibetans look like living landscapes. Based on selected geographical maps of Tibet that have been produced over the years by different agents, for different reasons, with different techniques and from different materials Diana Lange will to discuss in her talk how spatial information of a specific region was conveyed in different “cartographic languages” and how these different languages influenced each other. Amongst these maps are three newly discovered bilingual manuscript maps from the State Library of Berlin. (More)

Prof. Dr. Edwin P. Wieringa (Universität zu Köln):

„Bissige Giftschlangen als Wächter fabelhafter Geschichtsschreibung in einer Zeit der kolonialen Erniedrigung“

Thursday, October 27, 2022, starting 6:00pm (UTC+2)

Simon Bolivar-Saal (Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin)

Die javanische Handschrift Ms. or. quart. 355 Serat Kandha beinhaltet legendäre Erzählungen in Gedichtform über die alte sagenumwobene Vergangenheit von Java. Der Duktus ist unverkennbar die Palastschrift von Yogyakarta, während der Buchschmuck auf dem Bifolium einige spezifische Elemente hat, die Yogyakarta als Herstellungsort identifizieren lassen. Nicht zu übersehen sind die (insgesamt sechs) Abbildungen von zwei schlangenartigen Fabelwesen, welche ursprünglich aus der indischen Mythologie (Sanskrit nāga) stammen, aber in ganz Südostasien bekannt sind. Sollten die an allen Richtungen platzierten Nagas, die alle ein weitgeöffnetes Maul mit spitzen Giftzähnen zeigen, ihre übliche Beschützerrolle spielen? Im Vortrag wird näher auf den historischen Hintergrund dieser Handschrift eingegangen, die kurz nach der Plünderung des Sultanspalasts von britisch-indischen Truppen (1812) angefertigt wurde. (More)

Prof. Dr. Christine Moll-Murata (Ruhr Universität Bochum):

„Drucke aus dem Fernen Westen für den Qianlong-Kaiser: Der Sieg in Xinjiang und die Folgen“ (YouTube-Video)

September 01, 2022

Eines der berühmtesten und frühesten Digitalisate der Ostasienabteilung der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz ist eine Sammlung von 64 Abdrucken von Schlachtenkupfern. Sie sind gut dokumentiert und erforscht. So werden die erhaltenen Kupferplatten derzeit im Ethnologischen Museum Berlin untersucht. Dieser Vortrag geht auf die erste Serie ein, die einzige, die im Ausland angefertigt wurde. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Darstellung des zweiten Teils der Xinjiang-Feldzüge, dem Krieg gegen die muslimischen Altishar-Khojas im Tarimbecken. Welche Gewichtung kommt den Kampfszenen und den Situationen von Unterwerfung und Sieg zu? Welches Menschenbild wird gezeigt, auch im Kontrast zu den Menschendarstellungen der anderen Schlachten? Neben einer kunsthistorischen Einordnung diskutiert der Vortrag die Historiographie dieser Epoche im Zusammenhang mit der Rolle eines frühen muslimischen Verbündeten der Qing, des Machthabers Huojisi bzw. Khojis Beg von Ush (gest. 1781). (More)

Dr. Mårten Söderblom Saarela (Academia Sinica, Taiwan):

„Manchu philology at the Qianlong court“ (YouTube-Video)

August 04, 2022

The late eighteenth century witnessed the flourishing of a brand of precise philological scholarship known as “evidential learning” (kaozheng xue or kaoju xue). In the hands of Chinese scholars from the lower Yangzi region, subjects ranging from classical learning to geography and mathematics were subjected to a first and foremost textual and historical form of research. The role of the Qing court, headed by the Manchu Qianlong emperor, in the emergence of this kind of scholarship has long been a matter of debate. Some have seen Qing imperial power as an inhibiting factor that pushed research into politically harmless discussions of textual minutiae, whereas others have recognized the importance of the court as a patron of “evidential learning.” Whatever the case, the Manchu political leadership remains on the sidelines of an ultimately Chinese project. (More)

Prof. Dr. Eric Schluessel (George Washington University):

„Marketing and Social Structure in the Uyghur Homeland: Documents from the Turfan Oasis“ (YouTube-Video)

June 16, 2022

Newly discovered manuscripts from the State Library of Berlin reveal new facets of village life in the Uyghur homeland of Xinjiang, China (East Turkestan) in the 1890s. These documents show how ordinary merchants, artisans, and farmers navigated an economy that was increasingly oriented to the market and towards China proper. From merchants‘ notebooks, legal documents, and grain relief records, we see networks of market actors, even families, emerge. (More)

Prof. Dr. Sven Osterkamp (Ruhr-Universität Bochum):

„Sinica in der churfürstlichen Bibliothek zu Zeiten von Andreas Müller und Christian Mentzel – und ihr späterer Verbleib“ (YouTube-Video)

June 02, 2022

Im Vortrag werden zuerst altbekannte, wie auch neuere Quellen zur Zusammensetzung der Berliner Sinica-Sammlung zu Zeiten von Andreas Müller und Christian Mentzel gegen Ende des 17. Jahrhunderts vorgestellt, um darauf zumindest exemplarisch ihren oft noch unklaren späteren Verbleib zu beleuchten. Im Fokus stehen dabei mehrere Fälle, für deren Schicksal offenbar Julius Klaproth im frühen 19. Jh. eine wesentliche Rolle zukommt. (Mehr)