Neuerscheinungen

Ostasienabteilung mit zwei Artikeln im aktuellen „Bibliotheksmagazin“

In der diesjährigen dritten Ausgabe des „Bibliotheksmagazin“ der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) und der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) ist unsere Ostasienabteilung gleich mit zwei großen Artikeln vertreten:

  • Ab Seite 49 werden die drei Jubiläen der Ostasienabteilung (400-100-70) näher beleuchtet und markante historische Bezugspunkte sowie Entwicklungen herausgearbeitet.
  • Ab Seite 75 erhalten interessierte Leser:innen einen Überblick über die größte Sammlung südostasiatischer Literatur Deutschlands, die in ihrem breitgefächerten Spektrum einmalig ist und zum Großteil durch unsere Abteilung betreut wird.

Unser Dank gilt ganz besonders unseren Mitarbeitenden Dr. Cordula Gumbrecht, Claudia Götze-Sam und Tristan Hinkel, die in ihrer Funktion als Expert:innen in ihren jeweiligen Gebieten auf Basis sorgfältiger Recherchen diese bereichernden Beiträge beigesteuert haben.

Das Bibliotheksmagazin finden Sie in beiden Häusern der Staatsbibliothek (Unter den Linden und Potsdamer Straße) kostenfrei in gedruckter Form vor oder Sie schauen sich hier die digitale Version an, die Sie sich frei als PDF-Datei herunterladen können.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Ihr CrossAsia-Team

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Open Access Neuerscheinung bei CrossAsia-eBooks

Wir freuen uns, eine weitere Neuerscheinung auf unserer Open Access Publikationsplattform CrossAsia-eBooks ankündigen zu dürfen.

Hopf, Arian: Translating Islam, Translating Religion: Conceptions of Religion and Islam in the Aligarh Movement. Heidelberg ; Berlin: CrossAsia-eBooks, 2021.
https://doi.org/10.11588/xabooks.770

Das 19. Jahrhundert zeichnet sich durch eine koloniale Auseinandersetzung mit Südasien aus. Die Religionen Südasiens werden von den Europäern analysiert, kategorisiert und mit dem Christentum verglichen. Missionarische und orientalistische Kritik sowie die moderne Wissenschaft stellen für die Muslime Südasiens eine völlig neue Konfrontation dar. Das Ziel von Translating Islam, Translating Religion ist es, die muslimischen Antworten auf diese Konfrontation zu analysieren, die sowohl eine Übersetzung des Islam gemäß dem Referenzpunkt des Christentums als auch eine Anpassung des Religionsbegriffs selbst implizieren. Im Fokus steht hier die Aligarh-Bewegung, die sich intensiv in diese Debatten einbringt und versucht, eine Neuinterpretation des Islam vorzubringen.

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Zwei Neuerscheinungen bei CrossAsia-eBooks – „Chinese Perceptions of Russia and the West“ und „Wege durchs Labyrinth“

Wir freuen uns sehr, Ihnen zwei Open Access Neuerscheinungen bei CrossAsia-eBooks zur Kenntnis bringen zu können:

Chinese Perceptions of Russia and the West: Changes, Continuities, and Contingencies during the Twentieth Century, edited by Gotelind Müller und Nikolay Samoylov. Heidelberg: CrossAsia-eBooks, 2020. ISBN 978-3-946742-78-4 (Online-PDF) ; 978-3-946742-79-1 (Hardcover).

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Lizenz für E-Book-Sammlung des ISEAS – Yusof Ishak Instituts, Singapur

CrossAsia bietet registrierten Nutzerinnen und Nutzern über den Anbieter IG Publishing den Zugang zu 748 E-Books des in Singapur ansässigen ISEAS – Yusof Ishak Instituts, eines der führenden Südostasien-Forschungszentren und Herausgeber von wissenschaftlichen Büchern und Zeitschriften mit dem Schwerpunkt Politik, Wirtschaft, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungstrends in Südostasien und dem asiatisch-pazifischen Raum.

Zu den Publikationen gehören u.a. einzelne Länderstudien wie z.B. über Myanmar, Thailand und Malaysia, Veröffentlichungen über die ASEAN sowie die Reihen „Trends in Southeast Asia“ und „Southeast Asian Affairs“. Die Sammlung umfasst Publikationen aus den Jahren 1980-2019. Bei der Suche können Filter gesetzt werden wie Fachgebiet, Erscheinungsjahr, Sprache. Zu den Treffern werden die Titelbilder und kurze Inhaltsbeschreibungen angezeigt. Die Titel sind im Volltext durchsuchbar. Sie können als PDF heruntergeladen werden sowie entliehen und offline in einer App gelesen werden. Für die Nutzung der App ist ein individueller Account bei der Plattform notwendig.

Wir freuen uns sehr, dass diese erste Lizenz bei CrossAsia, die eine Open Access-Transformationsklausel beinhaltet, nun für den Bereich Südostasien realisiert werden konnte. Autoren und Autorinnen aus dem CrossAsia Nutzerkreis, die ihre Publikation in der Datenbank finden, können sich gerne mit uns in Verbindung setzen zwecks Open Access Transformation ihres Buches.

Die Datenbank können Sie – wie gewohnt – über die [Datenbankliste] aufrufen, bei der Auswahl der Kategorie „Books & Collections“ sowie der Sprache „Englisch“. Alle Titel werden im Online-Katalog und damit auch der CrossAsia Suche nachgewiesen. Die Titelliste können Sie hier downloaden [ISEAS Titelliste]

Neuerscheinung bei CrossAsia-eBooks: Ungers „Grammatik des Klassischen Chinesisch“

Verfasst von Dr. Kerstin Storm, Uni Münster.

Vor dreißig Jahren kündigte Ulrich Unger (1930–2006) erstmals die Veröffentlichung einer Grammatik des Klassischen Chinesisch, also der Sprache des 5. bis 3. Jahrhunderts v.Chr. in China, an. Sie sollte mit der unter Sinologen gut bekannten Einführung in das Klassische Chinesisch (Wiesbaden: Harrassowitz, 1985) und dem Glossar des Klassischen Chinesisch (Wiesbaden: Harrassowitz, 1989) eine unzertrennliche Dreiheit bilden. Unger konnte sein Vorhaben vor seinem Tod nicht mehr realisieren, sodass das Entstandene bislang nur teilweise und nur unter Freunden und Schülern des Autors verbreitet war.

Heute erscheint nun die Grammatik des Klassischen Chinesisch von Ulrich Unger erstmals als Ganzes. Ursprünglich auf neun Bände angelegt, ist sie mit ihren knapp 1500 Seiten die umfangreichste westlichsprachige Beschreibung der Klassischen Sprache Chinas. Entstanden in den Jahren zwischen 1980 und 2000 und nun herausgegeben und mit einem ausführlichen Vorwort versehen von Reinhard Emmerich, wurde die Grammatik in den vergangenen drei Jahren zur besseren Durchsuchbarkeit digital überarbeitet und zusammengefügt. Sie soll Sinologen, Linguisten und Interessierten, Lehrerenden und Studierenden, als praktikables Nachschlagewerk dienen. Von unschätzbarem Wert in der Grammatik sind Ungers aus den Quellen zitierte abertausend Beispielsätze, anhand derer er grammatikalische Phänomene erklärt und belegt.

Ulrich Unger und Reinhard Emmerich: Grammatik des Klassischen Chinesisch. Heidelberg, Berlin: CrossAsia-eBooks, 2019.
ISBN (PDF): 978-3-946742-60-9
DOI: https://doi.org/10.11588/xabooks.506

CrossAsia-eBooks ist die Open-Access-Publikationsplattform des FID Asien für wissenschaftliche E-Books aus dem Bereich der Asienwissenschaften. Wenn Sie ebenfalls Interesse daran haben, Ihre Forschungsarbeit bei uns zu veröffentlichen, dann nehmen sie mit uns Kontakt auf!

CrossAsia-eBooks: Neue Publikation von Christof Zotter

Christof Zotter, Asketen auf Zeit: Das brahmanische Initiationsritual der Bāhun und Chetrī im Kathmandu-Tal. Heidelberg /Berlin: CrossAsia-eBooks.

DOI: https://doi.org/10.11588/xabooks.316.440.

ISBN 978-3-946742-38-8 (Hardcover)

ISBN 978-3-946742-39-5 (PDF)

Auch nach ihrer Einpassung in die Reihe lebenszyklischer Rituale (saṃskāra) im ersten vorchristlichen Jahrtausend wurde die brahmanische Initiation (upanayana) überarbeitet und uminterpretiert. Heute wird sie beim vratabandha zusammen mit drei weiteren saṃskāras nebst Vor- und Rahmenritual vollzogen.

In diesem Buch wird mit einer Kombination von Textstudien und Feldforschung für eine bestimmte vedische Schule (den Weißen Yajurveda) und einen konkreten Kontext (das vratabandha der nepalischen Bāhun und Chetrī) untersucht, nach welchen Prinzipien Elemente verschiedener Ritualformen (saṃskāra, pūjā, homa etc.) kombiniert und an veränderte Zeiten und Situationen angepasst werden.

Die detaillierte Analyse der Form liefert auch einen Schlüssel zur Interpretation des komplexen Ereignisses vratabandha, in dem der Initiand vorübergehend zum Asketen wird, um an das Ritual herangeführt zu werden.

CrossAsia-eBooks ist die Open-Access-Publikationsplattform von CrossAsia für wissenschaftliche E-Books aus dem Bereich der Asienwissenschaften. Wenn Sie ebenfalls Interesse daran haben, Ihre Forschungsarbeit bei uns zu veröffentlichen, melden Sie sich bei uns!

Zwei neue Veröffentlichungen bei CrossAsia-eBooks

Wir freuen uns, Ihnen auf unserer Open Access Plattform CrossAsia-eBooks zwei weitere Publikationen präsentieren zu können.

 

Anna Martin, derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am FG Iranistik der Philipps-Universität  Marburg, hat ihre Dissertation „Übersetzung als kultureller Transfer – eine Untersuchung persischer Versionen des indischen Vikrama-Erzählzyklus“ veröffentlicht.
Persisch wurde in Indien mehrere Jahrhunderte lang als Literatur- und Verwaltungssprache genutzt. Auch persische Versionen von Erzählungen über den idealen Herrscher Vikrama wurden geschaffen, unter anderem im 17. Jahrhundert “Kišans Unterhaltungsstück” (Kišanbilās) von Kišandās. Anna Martin analysiert vor allem an diesem Beispiel Veränderungen und Anpassungen an kulturelle Kontexte bei der Übertragung in die persische Sprache.

Bei CrossAsia-eBooks können Sie das Gesamt-PDF oder die Einzelkapitel des Buches herunterladen. Die Print-on-Demand-Hardcoverausgabe gibt es im lokalen Buchhandel und bei Amazon.de zu kaufen.

 

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Der Draupadi-Verlag in Heidelberg und CrossAsia-eBooks haben im Frühjahr 2017 vereinbart, ausgewählte Sachbücher über Südasien aus dem Verlagsprogramm, bei denen keine Neuauflage geplant ist, zusätzlich zur gedruckten Ausgabe als Open-Access Publikation auf CrossAsia-eBooks zur Verfügung zu stellen.

Im Januar 2018 wurde nun die 2008 veröffentlichte Dissertation Die Birhor – Ethnographie und die Folgen: ein indischer „Stamm“ im Spiegel kolonialer und postkolonialer Beschreibungen des Ethnologen Markus Schleiter auf CrossAsia-eBooks als Open-Access-Publikation bereitgestellt. Die gedruckte Ausgabe kann weiterhin über den Buchhandel oder direkt beim Draupadi-Verlag erworben werden.

 

 

Auch für die Veröffentlichung Ihrer Forschungsarbeit in den Asienwissenschaften ist die Publikationsplattform CrossAsia-eBooks eine komfortable Option. Wir beraten Sie gerne.

Publikationen der Stiftung Asienhaus

Auf dem CrossAsia Repository stehen Ihnen ab sofort sämtliche Ausgaben von Blickwechsel sowie der Broschüren, die von Stiftung Asienhaus und philippinenbüro e. V. herausgegeben werden, zur Verfügung.

Unter dem Format ‚Blickwechsel‘ veröffentlicht die  Stiftung Asienhaus regelmäßig aktuelle Analysen und Informationen über einzelne Länder Asiens. Die Broschüren befassen sich in ausführlicher Form mit den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der Region.

Testzugang zu den Volltexten der Reihe 人物叢書 über JapanKnowledge

Bis zum 31. Dezember 2017 besteht über die Datenbank JapanKnowledge die Möglichkeit, alle 270 Bände der Reihe 人物叢書 als Volltextversion zu testen und zu benutzen. Der Testzugang erfolgt nicht über CrossAsia, sondern über diesen separaten Link: http://japanknowledge.com/library/?9 und steht allen Interessierten offen. Bitte folgen Sie dem Login und geben dann als ID: jk_jinbutsu und als Passwort: trial1231 ein.

Über Rückmeldungen zu einer ggf. gewünschten dauerhaften Lizenzierung für CrossAsia unter xasia [at] sbb.spk-berlin.de würden wir uns freuen.

500 Bücher in Myanmar

Die Staatsbibliothek erhielt 2013 eine Schenkung von mehr als 500 Büchern in burmesischer Sprache. Die Bücher stammen aus der umfangreichen Sammlung der Burmanistin Dr. Annemarie Esche, die durch zahlreiche Publikationen über die burmesische Sprache, Kultur und Literatur bekannt wurde, wie z.B. Der Markt von Pagan (Verlag Volk und Welt, Berlin, 1968), Märchen der Völker Burmas (Insel-Verlag, Leipzig, 1976) oder Die goldene Pagode (Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig und Weimar, 1985). Sie ist ebenfalls Autorin der einzigen Wörterbücher der Sprachenkombination Burmesisch (Myanmar) – Deutsch: Wörterbuch Burmesisch-Deutsch, Verlag Enzyklopädie, Leipzig, 1976 sowie Wörterbuch Deutsch – Myanma (Helmut Buske Verlag, Hamburg, 2011). Letzteres hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Otto Esche herausgegeben, auf den sie ihre Begeisterung für die burmesische Sprache übertragen konnte.
Das Interesse an Burma begann für beide bereits Anfang der 1960er Jahre, als Annemarie Esche das Deutsche Institut in Rangun leitete und Otto Esche als Diplomat der DDR an der dortigen Botschaft tätig war. Annemarie Esche erlernte die burmesische Sprache, begann Literatur zu übersetzen und nach ihrer Rückkehr unterrichtete sie an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Ab 1979 lehrte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitete dort bis zu ihrer Pensionierung 1986 das Fachgebiet Burmanistik. Auch danach arbeitete sie mit viel Enthusiasmus an ihrem opus magnum, dem tausendseitigen Wörterbuch Deutsch-Myanma, weiter. Aufgrund Annemarie Esches zahlreicher Aufenthalte in Burma – die in Zeiten begannen, als nur sehr wenige Menschen nach Burma reisten und der Kauf burmesischer Bücher für Bibliotheken schwierig war (was teilweise immer noch zutrifft) – können wir uns heute äußerst glücklich schätzen, diese umfangreiche Sammlung aus vier Jahrzehnten in unserem Bestand zu haben.

Die Sammlung umfasst burmesischsprachige Bücher hauptsächlich aus den Bereichen Literaturwissenschaft, Belletristik, Lyrik, Geschichte, Politik, Buddhismus, Kunst, Architektur, Ethnologie, Bildungswesen sowie Sprachwissenschaft und Grammatik. Sie ergänzt die bereits bestehende Sammlung burmesischer Literatur hervorragend.

Unter den Büchern befinden sich zahlreiche Biografien bekannter Persönlichkeiten wie die des Schriftstellers Shwe U Daung (1889-1973; Lebensbericht und Ansichten von Shwe U Daung – ဆရာကြီးရွှေဥဒေါင်း၏ တသက်တာမှတ်တမ်း နှင့် အတွေးအခေါ်, Abb. 1), des Malers Ba Nyan (1897-1945; Leben und Werk von U Ba Nyan – ဦးဘဉာဏ်၏ဘဝနှင့် သူ့လက်ရာ, Abb. 2), des Oberbefehlshabers der burmesischen Streitkräfte im ersten Anglo-Burmesischen Krieg Maha Bandula (1782-1882) (Bandulaဗန္ဓုလ, Abb. 3) sowie des burmesischen Pali- und Buddhismus-Gelehrten U Pe Maung Tin (1888-1973; Pe Maung Tin bzw. Vater Langlebig – ဖေမောင်တင် သို့မဟုတ် ဘသက်ရှည်). Aber auch Erinnerungen verschiedener Burmesen an einzelne Abschnitte ihres Lebens gehören dazu wie der Bericht eines unbedeutenden Soldaten – အညတရစစ်သည်တစ်ဦး၏မှတ်တမ်း (Abb. 4) von Khin Maung Nyo über seine Erlebnisse in der Armee seit der Gründung der Burma Independence Army 1942.

Abb. 1: Biografie des Schriftstellers Shwe U Daung (1961)

Portrait des Malers Ba Nyan

Abb 2: Portrait des Malers Ba Nyan aus der Biografie Leben und Werk von U Ba Nyan  von Min Naing (1974)

Abb. 3: Maha Bandula, Bild aus der Biografie Bandula von Thein Maung (1948)

Abb. 4: Bericht eines unbedeutenden
Soldaten von Khin Maung Nyo (1969)

 

 

Eine große Anzahl von Romanen gibt Einblicke in die verschiedenen Lebenswelten der Burmesen. So lernt der Leser in dem Roman Land unter dem Himmel (မိုးအောက်မြေပြင်, 1962, Abb. 5) von Min Aung den bäuerlichen Alltag kennen. Die Lebenswege verschiedener Frauen kann der Leser in dem Roman Kathit-Blüte – ကသစ်ပန်း (1963?) von Khin Hnin Yu verfolgen. U Hla (Fremde Lebenswege – မနီးတဲ့ဘဝခ ရီး, 1971) und Maung Thara Wer lockt uns die Katze heraus? (ကြောင်ကို ဘယ်သူ ခြူဆွဲပေးမလဲ, 1977) verarbeiten in ihren Romanen eigene Erfahrungen in burmesischen Gefängnissen in den 1950er Jahren. Etliche Romane spielen vor dem Hintergrund des Unabhängigkeitskampfes wie z.B. Viele Tage (နေ့ပေါင်းများစွာ, 1972) von Soe Naing oder Unsere Kameraden von einst (တခါတုန်းက ဒို့ရဲဘော်, 1963) von Min Shin oder anderer historischer Ereignisse wie beispielsweise dem Saya San-Aufstand 1930-1932 (Vater Zone und Madin, 1977, von Yan Aung, Abb. 6). Auch die Liebe ist ein zentrales Thema in burmesischen Romanen. So beschreibt Yan Aung in Der Junge aus Obermyanmar (အညာစားကလေး, 1962, Abb. 7) wie sich ein armer Waisenjunge und die Tochter eines hohen Beamten ineinander verlieben, diese Liebe jedoch erst nach vielen Jahren, in denen sich der junge Mann eine Existenz aufgebaut und den sozialen Aufstieg geschafft hat, in Erfüllung geht. Auf eine wahre Begebenheit geht der Roman Ein Ehepaar – 34 Jahre (သူတို့လင်မယား – ၃၄ နှစ်, 1977, Abb. 8) von Thein Pe Myint zurück, in dem geschildert wird, wie Alkohol eine Ehe zerstört.

Abb. 5: Land unter dem Himmel von Min Aung (1962)

Abb. 6: Vater Zone und Madin von Yan Aung (1977)

 

Abb. 7: Der Junge aus Obermyanmar
von Yan Aung (1962)

Abb. 8: Ein Ehepaar – 34 Jahre von Thein Pe Myint (1977)

 

Die burmesische Literatur ist reich an Kurzgeschichten, die häufig zuerst in Zeitschriften abgedruckt wurden. In der Esche-Sammlung befinden sich Kurzgeschichten u.a. folgender Autoren: Thawdar Swe, Ponnya, Mya Than Tint, Jeyya, Maung Hsway Tint, Min Lu, San San Nwe, Chit Oo Nyo, Mya Than Tint, Min Kyaw, Mann Tin, Nu Yin, Min Shin, Thein Lwin, Tekkatho Mya Sein, Ne Win, Yangon Ba Swe, Maung Htin.

Neben allgemeinen Darstellungen der Geschichte dokumentieren etliche Publikationen die politischen Ereignisse der 1960er und 1970er Jahre wie zum Beispiel der Bericht über die Innere Eintracht an den Revolutionären Rat der Union von Myanmar am 31. Mai 1969 (ပြည်ထောင်စုမြန်မာနိုင်ငံ တော်လှန်ရေးကောင်စီသို့ တင်သွင်းသော ပြည်ထောင်စုမြန်မာနိုင်ငံ ပြည်တွင်းညီညွတ်ရေးအကြံပေးအဖွဲ့၏ အစီရင်ခံစာ) und der Bericht des Zentralen Exekutivkomitees auf der 5. Jahrestagung des Zentralen Arbeiterrates am 24. April 1970 (ဗဟိုပြည်သူ့အလုပ်သ မားကောင်စီ ပဉ္စမအကြိမ်(နှစ်ပတ်လည်)အစည်အဝေး ဗဟိုအလုပ်အမှုဆောင်ကော် မတီ၏အစီရင်ခံစာ).

Alle Bücher sind in dem allgemeinen Katalog der Staatsbibliothek (www.stabikat.de) recherchierbar und wurden in burmesischer Schrift und in Transkription katalogisiert. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Burmanistin Dr. Uta Gärtner, die uns maßgeblich in ehrenamtlicher Tätigkeit bei der Einarbeitung der Sammlung unterstützt hat. Während im Stabikat die Titel bisher nur in Umschrift sichtbar sind, ist im Katalog des Fachinformationsdienstes Asien – CrossAsia die Darstellung auch in burmesischer Schrift möglich.

Ein Beispiel für eine Suchanfrage im Stabikat und im CrossAsia-Katalog

 

 

Handschriftliche Widmungen in zahlreichen Büchern zeugen von den umfangreichen persönlichen Kontakten Annemarie Esches und der Verehrung, die ihr viele Burmesen entgegenbrachten.

„Der hochverehrten Literaturwissenschaftlerin Dr. Annemarie Esche zur Erinnerung“,
Htilar Sitthu, 27.9.78

 

 

Für Sayamagyi (Lehrerin)
Dr. Annemarie Esche

In unvergänglicher Zuneigung

gez. 10.2.78

Maung Than Win (Hlain)

 

 

 

 

 

 

 

Immer wieder tragen Bücher die Widmung für „Daw Hninzi“ oder „Ma Hninzi“. „Hninzi“ ist der burmesische Name von Annemarie Esche und bedeutet „Rose“ (Daw / Ma Hninzi – Frau Rose).

 

Für Sayama (Lehrerin) Daw Hninzi,
Herzlichst Soe Naing, 5.11.75

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für Ma Hninzi, Geschenk des Autors
Lin Yone, 11.10.78

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da Wörterbucharbeit umfassende Wortschatzkenntnisse voraussetzt, haben Esches Bücher aus ganz unterschiedlichen Bereichen erworben, so beispielsweise auch über das Pressewesen, Bergbau, diverse landwirtschaftliche Themen, Gesundheit, Ernährung, Heilpflanzen, Astrologie. Es gibt eine Einführung in Platos Werke, einen Ratgeber für geplante Elternschaft sowie Berichte über Auslandsreisen von Burmesen nach Japan, Frankreich, in die damalige Sowjetunion und in die DDR.

 

Alle Neuerwerbungen zu Burma/ Myanmar sind unter folgendem Link abrufbar:
http://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/abteilungen/orient/recherche-und-ressourcen/druckschriften/neuerwerbungen/laender-und-regionen/

 

Zur Darstellung der burmesischen Schrift wird der Font Myanmar 3 empfohlen.