CrossAsia Newsletter Nr. 9 Dezember 2014

Liebe Nutzerinnen und Nutzer der CrossAsia-Angebote,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und der letzte Newsletter für 2014 bietet Ihnen wieder Neuigkeiten aus dem Bereich der Erwerbung sowie Informationen über Neuerungen bei den Datenbanken Scripta Sinica und Japan Knowledge, aber auch einen Neuzugang, die japanische Datenbank Needs Financial Quest (NFQ). Schließlich möchten wir noch auf das CrossAsia Lab hinweisen, ein weiteres neues Angebot in CrossAsia. Das CrossAsia Lab soll ein virtueller Ort zum Sammeln von Ideen und Entwicklungen sein, für Werkzeuge, die ggf. in anderen Kontexten, auf anderen PCs, sinnvoll genutzt werden können. Damit geht auch eine Einladung zur aktiven Mitarbeit an Sie, unsere Nutzerinnen und Nutzer, einher — aber lesen Sie selbst! Sie finden das Lab im Pulldown-Menü der Services in CrossAsia.

Auch in diesem Jahr konnten wir erfreulicherweise einen weiteren Anstieg der Zugriffe auf unsere Angebote, und besonders auch den Blauen Leihverkehr, verzeichnen. Dass bei der Fülle dieser digitalen Angebote immer wieder einmal etwas hakt, liegt in der Natur der Sache. Für Ihr Feedback und Ihr Verständnis möchten wir uns herzlich bei Ihnen bedanken. Wir werden auch im kommenden Jahr weiter daran arbeiten, unsere Angebote für Sie und auf Ihre Bedürfnisse hin weiter zu entwickeln.

Viel Spaß beim Lesen, und wir freuen uns wie immer auf Ihre Rückmeldungen, die Sie mit anderen Nutzerinnen und Nutzern teilen und im CrossAsia Forum zur Diskussion stellen können, oder Sie schreiben uns direkt: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailx-asia@sbb.spk-berlin.de.

Aus den Neuerwerbungen der Ostasienabteilung

„Volkstümliche Privatsammlungen: Sammlung taiwanischer Materialien der Republik- und Nachkriegszeit (Minjian sicang: Minguo shiqi ji zhan hou Taiwan ziliao huibian 《民間私藏, 民國時期暨戰後臺灣資料彙編》), Abschnitt Kultur und Erziehung (wenjiao pian 文教篇). Chefredaktion: Yang Lianfu 楊蓮福 und Chen Qian 陳謙. Reihe „Volksklassiker“ (Minzhong jingdian 民眾經典). Faksimile-Nachdruck, erschienen im Verlag BoyYoung (Boyang wenhua shiye youxian gongsi 博揚文化事業有限公司), Taipeh, 2013. 21 Bände. ISBN 978-9866-54387-6. www.boyyoung.com.tw)

Aus dem Verlagstext: Das vorliegende Set versammelt hier im Nachdruck chinesische Materialien aus Privatbesitz, die bislang nur schwer zugänglich waren. Das Material stammt aus den vier Bereichen Kultur/Kunst, Bildung, Überblick über schulische Einrichtungen und Topographie/Tourismus; es beinhaltet mehr als 70 Arten Bücher, speziell Vor- und Nachkriegsmaterialien von vielerlei Gestalt und Gepräge aus Kultur und Bildung, mit Forschungs- und Referenzwert. Die Bände haben durchschnittlich jeweils zwischen 400 und über 600 Seiten. Sie enthalten auch die zeitgenössischen Photographien, Reklamen usw. der Originale. Gegenüber der umfangreicheren Publikation aus der VR China, Guancang minguo Taiwan dang’an huibian 館 藏民國台灣檔案彙編 (影印本. 北京: 九州出版社, 2007. Sign. 5 B 36038), einer Kompilation offizieller Quellen, unterscheidet sich die im BoyYoung-Verlag erschienene Sammlung dadurch, dass sie Materialien aus Privatbesitz präsentiert. Die Sammlung wird derzeit auf Einzeltitelebene erschlossen und katalogisiert und Ihnen danach unter der Signatur 5 A 180786 zur Verfügung stehen.

Scripta Sinica 漢籍全文資料庫 jetzt mit Image Scans

Sicher ist es einigen von Ihnen schon aufgefallen – in Scripta Sinica finden sich zunehmend auch Image Scans von Titeln. Sie werden mit dem Schriftzeichen 圖 direkt über der jeweiligen Textdatei angezeigt. Ein Klick öffnet den Scan des Originals. Die Bilder werden den Textdateien hinzugefügt, wenn es von dem jeweiligen Titel auch ein Exemplar in der Bibliothek der Academia Sinica in Taiwan gibt. Diese Anreicherung ist momentan noch nicht abgeschlossen.

Die Datenbank Scripta Sinica (Hanji quanwen ziliaoku 漢籍全文資料庫) basiert auf einer akademischen Auswahl traditioneller Titel mit Bezug zur chinesischen Geschichte. Sie bietet durchsuchbare Volltexte, basierend auf modernen philologischen Standard-Editionen mit Interpunktion. Als Besonderheit enthält die von der Academia Sinica hanchi.ihp.sinica.edu.tw erstellte Datenbank eine Vielzahl an Pinselnotizen (biji 筆記) und eine Transkription des Zhengtong Daozang 正統道藏 und anderer religiöser Texte (in der Abteilung zibu 子部 : zongjiao 宗教 und shijia 釋家). Die zugrunde liegende Ausgabe eines Textes (von dem eine Seitenzahl etc. genommen wurde) kann mit 書目瀏覽 geprüft werden.

Scripta Sinica ist die größte chinesische Volltext-Datenbank für historische Materialien mit derzeit über 814 Titeln und 468.930.000 Schriftzeichen Umfang. Zugang zur Datenbank erhalten Sie mit einem Klick auf die 授權使用 Schaltfläche auf der Startseite. Mehr zu dieser Datenbank: crossasia.org/ressourcen/databasesearch.html und erf.sbb.spk-berlin.de/han/ScriptaSinica/hanchi.ihp.sinica.edu.tw/ihp/hanji.htm.

CrossAsia Lizenz: erf.sbb.spk-berlin.de/han/ScriptaSinica Zugang: registrierte Nutzerinnen und Nutzer der Staatsbibliothek zu Berlin sowie registrierte Nutzerinnen und Nutzer von CrossAsia.

Zu den vorhandenen Image Scans wurden Tabellen von Herrn Professor Liu Cheng-yun 劉錚雲 (研究員兼圖書館主任), Institute of History and Philology, Academia Sinica 中央研究院歷史語言研究所研究, Taiwan, erstellt.

Die Titel in Scripta Sinica mit Image Scans (Stand Juli 2014) verteilen sich wie folgt auf die verschiedenen Gruppen:

全庫201種書有圖文對照

經部31種

史部84種、

子部30種、

集部44種、

叢書12種,

515,558張。

Neues bei JapanKnowledge

Gunsho ruijū 群書類従, Zoku Gunsho ruijū 続群書類従 und Zoku zoku Gunsho ruijū 続々群書類従 sind jetzt über JapanKnowledge nutzbar.

Gunsho ruijū und seine Fortsetzungen sind wichtige historische Quellensammlungen, in denen Werke zusammengetragen wurden, die nicht in den offiziellen Reichsannalen Verwendung fanden. Mit der Unterstützung des Bakufu wurde die Arbeit von Hanawa Hokiichi (1746-1821) begonnen und von dessen Sohn Hanawa Tadatomi (1807-1862) fortgeführt. Die in Gunsho ruijū vereinten Texte sind nach verschiedenen Sachgruppen gegliedert, z.B. Geschichte, Literatur, Religion, Sprache, Kunst, Musik, Sitte und Moral, Recht, Wirtschaft usw. Die lizenzierte Datenbank greift auf die jeweils neuesten Ausgaben zurück: die 3. Auflage, 5. Druck des Gunsho ruijū und Zoku Gunsho ruijū sowie die 3. Auflage des Zoku zoku Gunsho ruijū. Die Volltextsuche funktioniert mit modernen Zeichen Shijitai Kanji, Scans des Originals können als PDF heruntergeladen werden.

Neben diesen Neulizenzierungen sind auch die Ihnen bereits bekannten vormals separaten Datenbanken Taiyō (Web 版 日本近代文学館: 太陽) und Fūzoku Gahō (Web 版 風俗画報) in JapanKnowledge integriert worden.

Alle in JapanKnowledge integrierten Ressourcen erreichen Sie auf dem gleichen Weg:

Loggen Sie sich bei CrossAsia ein und rufen Sie JapanKnowledge auf. Um direkt zu den Texten zu gelangen und darin zu blättern, klicken Sie im japanischen Menü auf 本棚 (im englischen Menü auf Book Shelf) und wählen Sie entweder aus dem Pulldown-Menü oder unter den Bildern die gewünschten Texte aus.

Möchten Sie im Volltext nach Stichwörtern suchen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können die einfache Suche (基本検索 Basic Search) auswählen und einen Suchbegriff eingeben. Auf diese Weise wird der gesamte Inhalt von JapanKnowledge durchsucht.

Oder Sie wählen die erweiterte Suche (詳細検索 Advanced Search) und grenzen im Pulldown-Menü auf die gewünschten Texte ein. So durchsuchen Sie nur die eine Quelle nach Ihrem Stichwort.

Die jeweiligen Texte werden Ihnen als PDF und direkt daneben als elektronischer Volltext angeboten.

Yomidasu Rekishikan

Yomidasu Rekishikan ist das digitale Archiv der Yomiuri Shimbun. Hier finden Sie jede Ausgabe der Zeitung vom ersten Tag an bis heute. Jetzt wurde die Webseite überarbeitet und verbessert. Wie gewohnt wird der Inhalt nach Zeitabschnitten unterteilt angeboten: Meiji-Taisho-Showa / Heisei / The Japan News / sowie das Contemporary Who’s Who. Neu ist u.a., dass für die Suche moderne wie auch alte Schriftzeichenvarianten benutzt werden können. Außerdem wurde an der Darstellung von PDFs auf Tablets gearbeitet.

Neues Angebot zu japanischen Wirtschaftsdaten: Needs Financial Quest (NFQ)

Die Datenbank Needs Financial Quest (NFQ) wird erstellt von Nikkei Inc., dem Herausgeber der führenden japanischen Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shinbun (kurz: Nikkei genannt).

1. Fenster von NFQ: an dieser Stelle bitte einfach kurz abwarten, bis sich das nächste Fenster öffnet

Bei Needs Financial Quest handelt es sich, wie der Name schon andeutet, um eine Datenbank mit umfassenden Wirtschafts- und Firmendaten aus Japan. Sie ist damit sowohl für die sozialwissenschaftliche Forschung, als auch für Wirtschaftsfragen von Interesse. Die Datenbasis reicht zurück bis 1970. Sie umfasst eine große Anzahl von Unternehmen und zwar aus den Indizes Nikkei 225, 300 und 500. Die Zahlen beruhen sowohl auf den regelmäßen Berichten der Firmen (Yuhô/Tanshin), als auch auf Interviews, die der Anbieter Nikkei geführt hat. In der Suche können sowohl einzelne Firmen, als auch Branchen miteinander verglichen werden. Da die Datenbank komplett auf Englisch gehalten ist, ermöglicht sie eine einfache Bedienung unabhängig von der Kenntnis der japanischen Sprache. Wenn Sie die Datenbank über CrossAsia aufrufen, erscheinen wahrscheinlich verschiedene Sicherheitswarnungen. Bitte ignorieren Sie diese und klicken Sie weiter, bis sich der blaue Rahmen des RDP-Fensters (RDP=Remote Desktop Protocol) aufbaut. Leider ist es aus technischen Gründen notwendig, diese Datenbank über eine RDP-Verbindung anzubieten. Wir bitten um Verständnis.

Wenn sich das 1. Fenster von Needs Financial Quest mit dem Bild des Tauchers geöffnet hat, bitte noch kurz abwarten! Das ist noch nicht der Anfang! Es öffnet sich automatisch ein 2. Fenster mit dem Einstieg zur einfachen Suche („Easy Search“) und dem kleinen Login-Fenster oben rechts.

2. Fenster von NFQ mit dem Login-Fenster oben rechts

Sobald die Datenbank gestartet ist, erscheint im linken Feld die Angabe „Corporate Information“ als Pull-Down Menü und es kann losgehen mit der Recherche. Bitte öffnen Sie das Pull-Down Menü und wählen Sie das gewünschte Segment. Folgen Sie dann den Hinweisen auf dem Bildschirm zur Durchführung der Suche oder lesen Sie unter dem Menüpunkt „Help“ mehr über die Inhalte und die Suchmöglichkeiten.

3. Einstiegsbildschirm mit geöffnetem Pull-Down Menü

Wenn Sie ein Suchergebnis erzielt haben, können Sie dieses als Excel-Tabelle ausgeben lassen. Wegen der RDP-Verbindung ist ein direktes Abspeichern auf Ihrem PC nicht möglich, bitte nutzen Sie dazu Ihr Laufwerk im CrossAsia Campus. Das ist Ihr Netzlaufwerk bei CrossAsia. Wenn Sie auf Download gehen, öffnet sich ein neues Fenster mit der Excel-Tabelle. Wählen Sie dort im Menü: File >> Save >> Ein neues Fenster öffnet sich.

4. Wählen Sie Ihr xAsia Campus Laufwerk aus

Wählen Sie dort Computer (nicht: Desktop) >> Scrollen Sie runter bis zum Netzwerkpfad, dort erscheint Ihr CrossAsia Campus Laufwerk >> Wählen Sie Ihr CrossAsia Campus Laufwerk aus >> Speichern Sie die Excel-Datei unter einem beliebigen Namen ab. Fertig! Im Anschluss an die Recherche können Sie die Dateien bequem in Ihrem CrossAsia Campus Laufwerk abholen. Sie finden es unter Ihrem Profil.

Nicht vergessen: Wenn Sie Daten aus Nikkei Financial Quest nutzen und später in Veröffentlichungen verwenden, unbedingt die Quelle und den Copyright Hinweis angeben. Der Anbieter gibt dazu folgende Informationen: Source: Nikkei NEEDS Copyright: Nikkei Europe and Nikkei Japan.

5. Unter Ihrem Profil finden Sie den xAsia Campus mit den gespeicherten Dateien

Der Anbieter von NFQ hat ein Handbuch zur Verfügung gestellt, den „NEEDS-FinancialQuest 2.0 Operation Guide“. Sie finden die PDF-Datei in der Datenbankbeschreibung unter: crossasia.org/fileadmin/user_upload/DB_Hilfen/NFQ2_0_manual_2010.pdf. Der Anbieter weist außerdem darauf hin, dass bei der Datenausgabe das richtige Setting (dezimales Setting) zu wählen ist, da sonst die Ausgabe fehlerhaft sein kann. Eine Hilfestellung dazu finden Sie in der Datenbankbeschreibung unter: crossasia.org/fileadmin/user_upload/DB_Hilfen/NFQ_System_Settings.pdf

Neu im Angebot: CrossAsia Lab

Im Laufe der Zeit wurden im Kontext von CrossAsia verschiedene Dinge angedacht, entwickelt und auch programmiert, die nicht immer das Licht der Öffentlichkeit gefunden haben und auf CrossAsia veröffentlicht wurden. Darunter gibt es auch Dinge, die in Bearbeitung sind oder waren, bei denen es schade wäre, wenn sie bei uns ungenutzt auf den Festplatten liegen würden. Das CrossAsia Lab soll einen Sammelort für solche Entwicklungen darstellen, zum Beispiel für Werkzeuge, die ggf. in anderen Kontexten, auf anderen PCs, sinnvoll genutzt werden könnten. Wir laden Sie gleichzeitig dazu ein, Ihre Entwicklungen, die z.B. aus den Angeboten von CrossAsia entstanden sind, hier mit in den Katalog aufzunehmen. Bei Fragen, Ideen oder Vorschlägen wenden Sie sich bitte an uns: x-asia@sbb.spk-berlin.de. Das CrossAsia Lab bietet derzeit drei Anwendungen:

Translit

Das Tool Translit bietet Ihnen die Möglichkeit, durch eine einfache lateinschriftliche Eingabe originalschriftlichen Text zu erzeugen. Wenn Sie zum Beispiel „Mongol bichig“ eingeben, setzt das Tool die eingegebene Phrase in die korrespondierende kyrillisch-mongolische Schreibung um: Монгол бичиг. Zusätzlich wird unter der Rubrik „RAK“ (RAK = „Regeln für die alphabetische Katalogisierung“) die in deutschen Bibliotheken übliche Transliteration erzeugt: Mongol bičig. Mehr zu Translit hier: crossasia.org/service/lab/transcriptiontool.html

Tibetische Medizin-Termini

Die Terminologie der tibetischen Medizin ist weniger hinreichend erfasst, als man annehmen würde. Verschiedene Publikationen über tibetische Pharmakologie, Anatomie oder Pathologie bieten unterschiedliche Übersetzungen der in modernen oder klassischen Texten genannten medizinischen Termini. Es ist das Ziel der Datenbank, die Pluralität dieser Übersetzungen abzubilden. Mehr zu den tibetischen Medizin-Termini hier: crossasia.org/service/lab/tibetanterms.html

Desktop

Die Idee war schon immer einfach: Wenn Sie ein Dokument auf dem PC geöffnet haben – gleich, ob im PDF-Reader, in der Texverarbeitung, im Browser etc. – kann es sein, dass Sie schnell nachschauen möchten, ob es mehr zu einem Themenkomplex, Schlagwort, Inhalt etc. gibt, oder ob ggf. ein Buch zu diesem Thema zum Ausleihen bereit steht oder ob Sie eine Quelle direkt über das Internet erhalten können. Der xA-Desktop bietet nach dem Herunterladen des Skripts eine einfache Möglichkeit, direkt aus den verschiedenen Umgebungen heraus eine CrossAsia-Suche mit verschiedenen Suchbegriffen anzustoßen. Dazu markieren Sie einfach die Begriffe und ziehen sie dann mit dem Cursor auf den xA-Desktop. Es ist möglich, mehrere Begriffe oder Suchstrings zwischenzuspeichern und dann die Suche auszuführen. In jedem Fall meldet sich die xA-Suche mit dem jeweiligen Resultat. Mehr zum Desktop hier: crossasia.org/service/lab/ xadesktop.html

Hintergrundbild

Das HINTERGRUNDBILD des heutigen Newsletters handelt es sich um einen Ausschnitt aus Bl. 1 aus Fung, Asseng 馮亞星, Der kleine Catechismus Lutheri, übersetzt von Fung Asseng alias Friedrich Wilhelm Asseng (Der kleine Catechismus Lutheri nach der deutschen und mit den Chinesen Charactere Uebersetzung von Chinese Fung Asseng in Stadt Potsdam, im Jahr 1828), Handschrift, 1 Bd. 48 Bl., Sign.: Libri sin. 228. (digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht/)

Fung, Asseng (Feng Yaxing 馮亞星, auch Feng Yasheng 馮亞生) kam gemeinsam mit Feng Yaxue 馮亞學 als wohl erster Chinese nach Deutschland. Fung Asseng wurde 1792 in der südchinesischen Provinz Guangdong als Sohn eines Astrologen geboren und ist 188? in Guangzhou (Canton) gestorben. Sein Onkel war Beamter in der Zweigstelle des Kantoner Seezollamtes Huangpu 黃埔, wo Fung Asseng ihm assistierte. Gemeinsam mit Feng Yaxue verließ er am 3. August 1816 China, um im Westen sein Glück zu machen, kam zunächst nach England und reiste später in der Gefolgschaft eines holländischen Waffelbäckers namens Lasthausen, der sich als Schausteller betätigte, durch Deutschland. Hier kam man u.a. nach Jena und Berlin. In letzterer Stadt zeichnete Johann Gottfried Schadow (1764-1850) die beiden am 17. und 18. Januar 1823. Kurze Zeit darauf wurden sie Angehörige der Dienerschaft des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., der sie zunächst nach Halle beorderte, um dort durch Wilhelm Schott (1802-1889) und mit ihrer Unterstützung die chinesische Sprache ergründen zu lassen. Nach ihrem Aufenthalt in Halle kamen die beiden nach Potsdam an den königlichen Hof. Dort übersetzte Fung Asseng, der sich 1826 in Halle hatte taufen lassen und nun den Namen Friedrich Wilhelm Asseng trug, im Jahr 1828 Luthers Kleinen Katechismus (sowie anschließend das Lukasevangelium und das Markusevangelium; die Übersetzung des letzteren stellte er am 10. Mai 1829 fertig). Der Aufbau ist bei allen drei Übersetzungen gleich: Unter jeder chinesischen Zeile findet sich die kantonesische Aussprache in lateinischen Buchstaben und darunter der deutsche Wortlaut. Die Übersetzungen überreichte Asseng Friedrich Wilhelm III., der sie der Königlichen Bibliothek schenkte.